15 Sep

Ab ins Studentenleben!

Für viele ist es jetzt endlich so weit, das Studium beginnt. Zahlreiche Eindrücke aus der Ersti-Woche werden verarbeitet, die neue Wohnung wird mit einer Party eingeweiht und neue Freundschaften werden geknüpft.

Vor allen liegt eine Zeit voller aufregender Erlebnisse und neuer Herausforderungen. Mit dem Startschuss zum Studium beginnt für die meisten ein Marathon, bei dem man lernt Verantwortung zu übernehmen und Eigeninitiative zu zeigen. Es gibt viel zu erleben und auszuprobieren, wenn man offen und neugierig bleibt.

Ab und zu muss man auch über Hürden springen und Hindernisse überwinden. Es mag vielleicht einen zweiten oder einen dritten Anlauf brauchen und man verliert für einen kurzen Moment den Weg aus den Augen, doch wenn man stets einen Fuß vor den anderen setzt,  erreicht man das Ziel und blickt zufrieden auf die geschaffte Strecke zurück.

Soll heißen, dass so gut wie jeder im Verlauf seines Studiums an die eigenen Grenzen gerät – vielleicht sogar zum allerersten Mal – dass man aber deshalb nicht alles hinschmeißen muss, sondern an seinen Herausforderungen wachsen kann. Denn darum geht es: sich selbst weiterzuentwickeln.

Um euch den Einstieg ein wenig zu erleichtern, haben wir einige hilfreiche Links zusammengestellt:

Allgemeine Information:

Der Hochschulkompass ist ein Informationsportal der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) in dem staatliche und staatlich anerkannte deutsche Hochschulen tagesaktuelle Informationen über ihre Studien- und Promotionsmöglichkeiten sowie ihre internationalen Kooperationen veröffentlichen.

STUB ist ein Angebot der Bund-Länder-Kommission für Bildungsplanung und Forschungsförderung sowie der Bundesagentur für Arbeit. STUB richtet sich an Abiturienten, die einen Überblick über das Studienangebot suchen.

Grundidee von Studis Online war (und ist es bis heute), StudentInnen und SchülerInnen rund ums Studium zu informieren – und zwar unabhängig und ausführlich auch die Hintergründe durchleuchtend.

Zur Studienfinanzierung:

Ziel des BAföG ist es, allen jungen Menschen die Möglichkeit zu geben, unabhängig von ihrer sozialen und wirtschaftlichen Situation eine Ausbildung zu absolvieren, die ihren Fähigkeiten und Interessen entspricht.

Um die Suche nach dem passenden Stipendium weiter zu erleichtern, hat das Bundesministerium für Bildung und Forschung die Stipendien-Datenbank „Stipendienlotse“ eingerichtet. Das Angebot ermöglicht die zielgenaue Suche nach unterschiedlichen Kriterien.

Für die Finanzierung eines Studiums ist vor allem die Familie verantwortlich. Nur wenn deren finanzielle Mittel nicht ausreichen, beteiligt sich der Staat an der Studienfinanzierung. Dann sollte unbedingt BAföG beantragt werden.

Studienkredit.de dient – wie der Name schon vermuten lässt – als reines Informationsportal rund um das Thema Studienkredit und wird betrieben von der CareerConcept AG, dem Pionier und Marktführer für Studienfinanzierung in Deutschland.

Studierende jobben neben dem Studium, um die Haushaltskasse aufzustocken oder Erfahrungen für das späteres Berufsleben zu sammeln. In jedem Fall berührt der Job neben dem Studium die Themen Steuern und Sozialversicherungspflicht.

Glossar der wichtigsten Begriffe:

Empfehlenswert ist es auch sich an der eigenen Uni nach speziellen Beratungsangeboten umzusehen, die man bei Bedarf in Anspruch nehmen kann. Fast alle Universitäten bieten:

  • Zentrale & Fachbezogene Studienberatung
  • Soziale/Psychologische Beratung
  • Berufsberatungsangebote
  • Hochschulsport (verschiedene preiswerte Kursangebote)
  • Sammlung von Praktika-Angeboten
  • kostenlose Rechtsberatung für Studenten
  • Und vieles weiteres…

Es lohnt sich in jedem Fall, sich zu informieren und solche Angebote zu nutzen und das Studium nicht nur als kurzen Lebensabschnitt zu betrachten. Denn es kann viel mehr sein als das und bedeutet für jeden etwas anderes.

Studieren bedeutet für mich…

…Freiheit gewinnen und sich weiterentwickeln

…miteinander und voneinander lernen

…Verantwortung übernehmen

…Fehler machen und aus ihnen lernen

…mit Freunden in der Mensa sitzen

…lange Stunden in der Bibliothek verbringen

…immer wieder neue Leute kennen lernen

…Und wie würdest du diesen Satz beenden?

15 Aug

Studienwahl: Mehrere Zusagen – wie entscheide ich?

So langsam ist es soweit: Die Zulassungsbescheide von den Universitäten werden verschickt! YAAAY! Habt ihr bereits mehrere Zusagen gesammelt, wisst aber nicht, wie ihr euch entscheiden sollt? Diese Tipps können euch bei einer Entscheidung helfen:

[Wenn ihr keine Zusagen bekommen habt, lest direkt weiter unter „Was tun, wenn keine Zusage dabei ist?“

1. Der Studiengang

Vorrang bei der Entscheidung, welche Zusage ihr annehmen wollt, hat der Studiengang, denn darum geht es beim Studieren. Habt ihr euch für verschiedene Studienfächer beworben, könnt bzw. müsst ihr euch nun entscheiden. Stellt euch folgende Fragen: Welches der Fächer würde mir am meisten Spaß bereiten? Wo liegen meine Interessen und Stärken? Wo sehe ich mich später? Welches Fach bringt mich am ehesten zu meinem Wunschberuf? Die Antworten helfen euch, ein Studienfach zu wählen.
Weitere Informationen neben den Beschreibungen des Faches, welches die jeweilige Universität zur Verfügung stellt, findet ihr heraus, wenn ihr einen Blick ins Modulhandbuch werft (am einfachsten nach Uni, Studiengang und „Modulhandbuch“ googlen, da viele Unis das ein wenig versteckt haben). Im Modulhandbuch werden die einzelnen Bausteine des Studienfaches näher erläutert. Eine tolle Hilfe, um einen konkreten Blick auf das Studienfach zu bekommen. Noch konkreter wird es, wenn ihr ins Vorlesungsverzeichnis schaut. Hier findet ihr alle Vorlesungen und Veranstaltungen der Universität aufgelistet. Sucht nach eurem Studienfach und klickt euch einfach mal durch die Vorlesungen und Seminare, denn die Dozenten geben hier (mehr oder weniger) detaillierte Informationen zu den jeweiligen Kursen.
Ist keine Zusage für euer absolutes Wunschstudium dabei, überlegt, ob es eine realistische Möglichkeit gibt, dass ihr noch nachrücken könntet. Ist dies nicht der Fall, könntet ihr überlegen, etwas ähnliches zu studieren, dass euch auch sehr gefallen könntet! Ist auch dies nicht der Fall, lest unter „Was tun, wenn keine Zusage dabei ist?“ weiter.

2. Die Universität

BWL ist nicht gleich BWL, Psychologie nicht gleich Psychologie. Es kommt auch auf die Uni an! Habt ihr euch für ein Studienfach entschieden, liegt es nun an euch, die für euch passende Universität heraus zu suchen. Nicht jede Uni lehrt die gleichen Inhalte!! Die Inhalte des Studiums an einer Uni werden maßgeblich von den dort ansässigen Professoren beeinflusst (Wie groß dieser Einfluss ist, hängt z.T. auch vom Studienfach ab). Dies bedeutet, dass Psychologie in Marburg anders ist, als Psychologie in Heidelberg. Um herauszufinden, welche Uni besser zu euren Interessen passt, werft auch hier einen Blick ins Modulhandbuch sowie Vorlesungsverzeichnis. Weitere Hinweise zu den Forschungsfeldern der Professoren einer Uni findet ihr unter den Seiten der Fakultäten bzw. den Lehrstühlen der Professoren.
Neben den Kursen gibt es noch weitere Aspekte, die ihr bei der Wahl einer Universität mit einbeziehen könntet: Ist die Uni eine Campus-Uni oder sind die Standorte über die Stadt verteilt? Wie ist das Essen in der Mensa? Wie gut ist die Bibliothek ausgestattet (v.a. in Bezug auf mein Studienfach) und wie sind die Öffnungszeiten? Welche Sportangebote gibt es an der Uni? Gibt es einen Career Service?

3. Die Stadt

Ausschlaggebend ist hier die Frage: Kann ich mir vorstellen, dass ich mich hier wohl fühlen werde? Wenn noch genügend Zeit ist, ist es immer hilfreich, sich die Stadt vorher anzuschauen und sich selbst vor Ort einen Eindruck zu verschaffen. Ist das nicht möglich, ist das Internet eine große Hilfe 😉 (u.a. Google Maps Streetview).
Fragen, die ihr euch an dieser Stelle stellen könntet wären: Kann ich mir das Leben dort leisten? Wie teuer sind die Mieten? Kann ich weiterhin meinem Lieblingssportnachgehen? Wie weit ist es von zu Hause (obwohl ich hier anmerken muss, dass man, nur weil man nah an zu Hause wohnt, automatisch auch öfter nach Hause fährt, als wenn man weiter weg wohnt)?
Es ist nicht ratsam, sich für ein Studium/eine Universität zu entscheiden, nur weil einem die Stadt gefällt. Dass es das richtige Studienfach für euch ist, ist wesentlich wichtiger. Obwohl es natürlich auch von Bedeutung ist, dass ihr euch an eurem Studienort wohl fühlt, denn ihr werdet 3 oder sogar 5 Jahre dort verbringen.

Was tun, wenn keine Zusage dabei ist?

Es kann auch vorkommen, dass ihr keine Zusagen bekommen habt. Jetzt müsst ihr jedoch nicht gleich in Panik verfallen. Bei den meisten Universitäten könnt ihr sehen, welchen Wartelistenplatz ihr zugewiesen bekommen habt. In den meisten Fällen sagen noch einige, die einen Platz bekommen haben ab, sodass die Chance besteht, dass ihr noch nachrücken könnt. Diese sogenannten Nachrückverfahren beginnen meist erst nach Ende der Frist zur Rücksendung der Zulassungsbescheide, welche so ca. gegen Ende August ist. Es besteht also ggf. noch die Möglichkeit, dass ihr noch einen Studienplatz bekommt, dazu braucht ihr vermutlich noch ein wenig Geduld.
Eine weitere Chance auf einen Studienbeginn zu diesem Wintersemester bietet die Studienplatzbörse http://www.hochschulkompass.de/studienplatzboerse.html. Frei gebliebene Studienplätze werden hier angeboten. Zwischen August und Oktober werden hier noch Studienplätze, auf die ihr euch bewerben könnt, gesammelt.
Falls es auch mit dem Nachrücken oder der Studienplatzbörse nicht klappt, steht es eher schlecht um einen Studienstart zu diesem Wintersemester. Möglich wäre, dass ihr euch zum Sommersemester oder nächstes Jahr wieder zum Wintersemester bewerbt. In der Zwischenzeit könntet ihr die Gelegenheit nutzen und ein freiwilliges soziales (o.ä.) Jahr zu machen, Praktika zu absolvieren oder einfach arbeiten zu gehen.

Über den Autor

Christina Kößmeier (27)
Studiengang: Medien- und Kommunikationswissenschaften (Bachelor), Communication & Cultural Management (Master)
Uni/Hochschule: Universität Mannheim (Bachelor), Zeppelin Universität Friedrichshafen (Master)
Regionalgruppe: München

29 Jul

Wie mache ich erfolgreich Homeoffice?

Wie mache ich erfolgreich Homeoffice?

Oder was ich bisher dabei Alles falsch gemacht habe

Das Virus hat uns alle im Griff und das schon seit einigen Monaten. Das Sommersemester findet bis auf seltene Ausnahmen im Online-Betrieb statt und viele von uns arbeiten im sogenannten Homeoffice. Doch wie genau mache ich jetzt am besten „Homeoffice“?

Das ist eine Frage, die ich mir zu Beginn oft gestellt habe und auf die ich jetzt, nach einigen Monaten ins kalte Wasser springen, langsam eine Antwort finde. Das größte Problem, dem ich mich entgegenstellen musste und auch immer noch muss, ist die Ablenkung. In meiner eigenen Wohnung gibt es einfach viel zu viele Dinge, die ich gerade lieber tun würde als zu arbeiten. Daher mein erster Tipp, wenn es euch irgendwie möglich ist, richtet euch ein Arbeitszimmer ein, in dem ihr nur das aufbewahrt, was für die Arbeit auch wirklich relevant ist. Ich weiß allerdings auch, dass es vielen von euch wie mir gehen wird. Ich wohne in einer WG, in der ich nur mein eigenes Zimmer zum Arbeiten zur Verfügung habe, also was jetzt?

In meinen Augen ist Struktur das A und O im Homeoffice. Also sortiert euren Schreibtisch und macht euch Platz für euer Material (was ich immer noch nicht geschafft habe). Wenn ihr nicht die richtigen Grundvoraussetzungen habt (Computer, Laptop, Bildschirm etc.), fragt auf der Arbeit oder in der Uni nach, was ihr vielleicht von dort mitnehmen dürft bzw. was euch gestellt wird.

Eine weitere Struktur, die mir die Arbeit im Homeoffice erleichtert hat, ist ein Arbeitsplan. Überlegt euch, über welchen Zeitraum ihr planen könnt. Versucht aber zumindest am Morgen einen Plan für den Tag zu erstellen und festzulegen, welche Aufgaben ihr auf jeden Fall bis zum Abend erledigt haben wollt. Ein solcher Plan hilft mir immer unheimlich bei der Motivation. Bedenkt bei der Planung des Tages aber auch, dass ihr Essen und Trinken nicht vernachlässigt. Potenziell muss noch Mittagessen gekocht werden, was meiner Erfahrung nach wesentlich länger dauert, als in die Mensa oder Cafeteria zu gehen. Außerdem fällt es mir persönlich immer schwer, nach dem Mittagessen wieder mit der Arbeit anzufangen, besonders wenn ich über eine Stunde mit Kochen und Essen beschäftigt war. Daher würde ich empfehlen, wenn möglich, das Essen am Vorabend vorzukochen, sodass es nur noch aufgewärmt werden muss oder sich für den Mittag ein paar Brote zu schmieren.

Der nächste Punkt, den ich an dieser Stelle erwähnen möchte, ist die Kommunikation mit Chef und Kollegen oder den Professoren und Kommilitonen. Ich finde, dass die Arbeit im Team und der Austausch mit Kollegen unheimlich wichtig für den Fortschritt meiner Aufgaben sind. Aber gerade dieser Austausch, der unter normalen Umständen häufig in der Kaffeepause oder direkt am Schreibtisch stattfindet, fehlt im Homeoffice. Dementsprechend halte ich es für besonders wichtig, die Kommunikation mit den Kollegen so gut wie möglich aufrecht zu erhalten. Sei es über Videochats, Telefonate oder Email, versucht mit eurem Arbeitsumfeld in Kontakt zu bleiben. Meine Kollegen haben mir schon häufig dabei geholfen, einen neuen Blickwinkel – und damit einen neuen Ansatz – auf meine Aufgaben zu gewinnen, um ein Problem zu lösen. Das können sie auch, wenn wir im Homeoffice sind. Ich muss sie nur kontaktieren.

Zuletzt möchte ich euch noch ans Herz legen, auf eure Work-Life-Balance zu achten. Etwas das mir im Homeoffice immer wieder passiert, ist, dass ich über meine feste Arbeitszeit hinaus arbeite, weil ich mich an einem Problem festgefressen habe und dadurch meine Freizeit vernachlässigte. Überstunden sind zwar auch im regulären Arbeitsalltag manchmal unumgänglich, aber wenn ich den Arbeitsplatz verlassen habe, kann ich auch die Arbeitsprobleme bis zum nächsten Tag ruhen lassen. Also achtet darauf, dass ihr euch die Auszeiten nehmt, die ihr auch an einem normalen Arbeitstag habt.

Über den Autor:

Katrin Herweg (23)
Ausbildung: –
Studiengang: M.Sc. Physik
Uni/Hochschule: RWTH Aachen
Regionalgruppe: Köln

„Mein schönster Homeofficeplatz“

Und jetzt nochmal aufgepasst, wir wollen nun noch euren Ehrgeiz ankurbeln! So langsam ist das Homeoffice für einige von uns schon normal geworden – mit all dem „Wahnsinn“ und „Frohsinn“ der damit verbunden ist.

Wir fragen uns, wie die ASkler und SK-Stipendiaten eigentlich im homeoffice klar kommen. Wie arbeitet ihr denn zu Hause? Habt ihr Lust uns ein Foto von euch an euren Homeoffice-Plätzen zu schicken/mailen?

Wir starten hiermit einen Wettbewerb unter dem Motto „Mein schönster Homeofficeplatz“. Eine teilweise qualifizierte und nicht unabhängige Jury wird über die freiwilligen Einsendungen beraten und einen tollen Preis ausloben. Wir freuen uns auf viele Einsendungen an info@askev.de und sind gespannt, was euch für kreative Ideen kommen.

Einsendeschluss ist der 13.08.2020.

11 Jul

Studiengang: Pflege dual

Heutzutage lernt man Pflege nicht, man studiert sie!

Mit diesem dualen Studium wird die bisher gängige Ausbildung in der Gesundheits- und Krankenpflege akademisiert. In vielen anderen europäischen Ländern ist dies mittlerweile Pflicht, Deutschland befindet sich diesbezüglich noch in der Entwicklungsphase, die im Hinblick auf den demografischen Wandel dringend notwendig ist.  Die Hochschule für angewandte Wissenschaften Hamburg bietet hier als eine der ersten Hochschulen in Deutschland ein zukunftsweisendes Studienangebot in Kooperation mit dem Universitätsklinikum in Hamburg-Eppendorf.

Formales zum Studiengang
Zu den Eingangsvoraussetzungen gehört neben der allgemeinen Hochschulreife ein aussagekräftiges Bewerbungsschreiben an den Ausbilder. Außerdem wird ein 2- bis 4-wöchiges Pflegepraktikum erwartet. Bei Bestehen dieser ersten Bewerbungsphase folgt eine Einladung zu einem ca. 4-stündigen Auswahlverfahren. Neben der Spontanität werden die Fähigkeiten, in einer Gruppe zu arbeiten und Körperkontakt zu seinem Gegenüber aufzunehmen geprüft. Auf ein Einzelgespräch mit den Juroren folgt ein kurzer schriftlicher Test zum Wissen über den Arbeitgeber und das Gesundheitssystem. Mit überzeugenden Leistungen im Auswahlverfahren folgt dann der Ausbildungsvertrag, der gleichzeitig den Zulassungsbescheid zum Studium darstellt.

In acht Semestern bieten die Module des Studiums sowohl sozialwissenschaftliche, biologisch-forschende, als auch pflegerisch-gesundheitswissenschaftliche Lehrangebote. Überwiegend werden die Seminare theoretisch vermittelt, ein Teil der Sitzungen wird durch praktische Übungen angeboten. Zu beachten ist der relativ hohe Anteil an Anatomie und Physiologie in den ersten drei Semestern. Interesse an biologisch-funktionalen Vorgängen des menschlichen Körpers und die Eigendisziplin, diese selbstständig zu wiederholen, sind hier gefragt!

Im siebten Semester können Studierende selbst Schwerpunkte setzen, indem sie in den zwei Wahlpflichtmodulen aktuell angebotene Bereiche wählen oder aber ein Auslandssemester an einer der ausgewählten Partneruniversitäten verbringen.

Neben den in Hamburg gängigen Semestergebühren (momentan 308,50€) fallen kaum weitere Kosten an. Zudem erhalten Studierende durch die Anstellung beim Arbeitgeber eine monatliche Vergütung, die etwa 75% der gängigen Ausbildungsvergütung eines Gesundheits- und Krankenpflegers entspricht.

Im Studium

Das duale Studium ist sehr verschult. Anwesenheitspflicht und Seminare in kleinen Gruppen sind die Regel, in der Woche gibt es feste Selbststudienzeiten, die selbständig gestaltet werden können (im Pflegelabor, in der Bibliothek oder auch zu Hause). Während der Praxisphasen gelten die normalen Schichtdienstzeiten für Studierende auf den Stationen.

Im Laufe des Studiums begegnen einem verschiedenste Prüfungsarten. Überwiegend sind mündliche und praktische Prüfungen gefragt. Seltener werden Hausarbeiten oder Klausuren abgefordert. Die Studierenden können bei einigen Prüfungen das Prüfungssemester wählen. Die Anzahl der Prüfungen pro Semester beschränkt sich, je nach eigenen Planungen, auf drei bis fünf Prüfungen.

Durch den Wechsel zwischen Theorie- (Vorlesungszeit) und Praxisphase (vorlesungsfreie Zeit) gestaltet sich das Studium sehr abwechslungsreich. Das Gelernte aus der Theorie in der Praxis umsetzen zu können, führt einem als Student regelmäßig die eigenen Lernfortschritte macht das Gelernte in der Hinsicht „greifbarer“ als in einem rein theoretischen Studium. Während der Theoriephasen ist die Freizeit auf jeden Fall ausreichend, dafür ist diese in der Praxisphase doch deutlich begrenzt, da die Studierenden, wie Auszubildende, im Krankenhaus Schichtdienste leisten müssen. Trotzdem macht es Freude, praktisch tätig werden zu können und in jedem Praxiseinsatz einen neuen Bereich mit anderen Krankheitsbildern kennen zu lernen.

Zukünftiges

Der Bedarf an akademisierten Pflegekräften ist immens, sodass sich Absolventen dieses Studiums wohl nie ernsthafte Gedanken um ihre Anstellung machen müssen. Ähnliche Systeme wie das duale Studium in Hamburg laufen seit wenigen Jahren in ganz Deutschland an und wachsen immer weiter. Zurzeit sind die Bewerberzahlen allerdings niedriger,  sodass eher in kleinen Gruppen von 60 Studierenden studiert wird, wobei die Gruppengrößen in Seminaren nur der Hälfte oder sogar einem Viertel davon entsprechen.

Zum einen gibt es die Möglichkeit, nach dem Studium einen Platz als akademisierte Pflegekraft im Krankenhaus anzunehmen. In Hamburg werden im Sommer 2015 die ersten Absolventen des Studiengangs fertig sein und erst dann wird sich klären, wie genau die Stelle für diese übernommenen Studenten aussehen wird. Das Berufsfeld im Gesundheitswesen entwickelt sich momentan sehr stark, sodass wahrscheinlich schon in wenigen Jahren ganz neue Studiengänge und Arbeitsplätze geschaffen werden, die heute noch nicht existent sind.

Angelehnt an das duale Bachelorstudium gibt es z.B. die Möglichkeit, einen Master in „Pflege“ zu machen, bei dem man sich auf einen Fachbereich spezialisiert, der einem zusagt. Genau so kann aber auch ein Master in „Health Sciences“ oder anderen Bereichen der Gesundheitswissenschaften, wie z.B. Gesundheitsmanagement angestrebt werden.

Was definitiv gesagt werden kann: Der duale Studiengang „Pflege“ ist vielseitig einsetzbar und zukunftsträchtig!

Persönliches Fazit

Im Großen und Ganzen bin ich glücklich mit meiner Entscheidung, da ich sehr viel Wert darauf lege, das gelernte theoretische Wissen, praktisch anwenden zu können und zu vertiefen. Zudem wird in vielen Bereichen des Gesundheitssystems oft vorausgesetzt, eine abgeschlossene Berufsausbildung in der Pflege o.ä. zu haben. Ich würde später gerne ins Gesundheitsmanagement gehen und denke, dass mir die Ausbildung zur Gesundheits- und Krankenpflegerin dort einen ganz anderen Blickwinkel auf die Dinge gibt, als ein reines Studium. Natürlich begegnen einem als Abiturienten während der Ausbildung bestimmte Seminare als „unterfordernd“, aber letztendlich gibt es auch Seminare in der Uni, die mehr von einem abverlangen und so gleicht sich das Lernpensum dann wieder aus.

Weitere Informationen für den Studiengang in Hamburg sind hier zu finden: http://www.haw-hamburg.de/studium/bachelor/bachelor-studiengaenge/ws/pflege-dualer-studiengang.html, bei Fragen gerne eine Mail an: info@askev.de

Über die Autorin

Franziska Alpen ist 24 Jahre alt und hat ihren Bachelor in „Pflege dual“ abgeschlossen. Gestartet ist sie in den Studienkompass 2011 in Hamburg und ist nach einem Work & Travel in Australien und Neuseeland ebenfalls Mitglied der 2012er. Am Studienkompass gefällt ihr die Chance, ein großes eigenes Kontaktnetz aufzubauen, das ein Leben lang besteht.

04 Jul

Studiengang: BWL an der WWU Münster

UND WAS STUDIERST DU?

Wenn man auf die Frage: „Und was studierst du?“ mit BWL antwortet, hat man bei den meisten schon seinen Ruf weg.
„Weißt du etwa nicht was du machen möchtest? Was lernt man denn da? Was kann man damit später anfangen?“
sind oft die Rückfragen. Schnell wird man in eine Schublade zu Anzug oder Hemdträgern gesteckt, die nur das große Geld im Kopf haben. Doch das ist nur die eine Seite der Medaille.

Meiner Meinung lernt man auch manche Dinge die nicht grade unrelevant für das „echte“ Leben sind. Man bekommt zumindest schon mal grob mit, wie das mit den Aktien funktioniert, und wie man Geld clever anlegt. Das hilft einem vielleicht später von dem ein oder anderen Bankberater nicht übers Ohr gezogen zu werden, und einige Dinge eher zu hinterfragen.

 

DAS STUDIUM

Zugegebenermaßen bin ich schon etwas voreingenommen in mein Studium gestartet. Nach einer Ausbildung zur Industriekauffrau wusste ich grob, was auf mich zukommen wird. Worte wie „Abschreibungen, Verbindlichkeiten und Vorsteuer“ kannte ich schon und unter den Fächern wie Marktforschung, Buchhaltung und Finanzierung konnte ich mir etwas vorstellen. Auch wenn der Stoff aus der Berufsschule, der dort Wochen lang mit 87.264 Arbeitsblättern und mindestens doppelt so vielen Gruppenarbeiten in uns eingeprügelt wurde, vom Prof auf einer Folie abgehandelt wird, hat es etwas geholfen, alles schon mal gehört zu haben. Ich bin mir sicher, dass sich das in den kommenden Semestern noch ändern wird. Man wird viele Dinge lernen, die man direkt nach der Klausur verdrängt, und auch nie wieder brauchen wird, aber mal ganz ehrlich, das ist nicht nur bei BWL so ?
Die Klausuren sind sehr unterschiedlich aufgebaut, von 30 Min bis 2 Stunden ist alles dabei. Ebenso ist es oft eine Mischung aus Multiple Choice und Aufgaben, in denen man ganze Texte schreiben muss. Man kann ganz frei entscheiden, zu welchen Klausuren man sich zum Ende des Semesters anmelden möchte, und sich auch bis kurz vorher wieder abmelden. Wenn einem alles über den Kopf wächst, kann man Klausuren auch in das nächste Semester schieben und diese dann an Pfingsten, oder kurz vor Weihnachten schreiben. Mit Klausuren muss man sich anfreunden, denn in dem Studiengang BWL in Münster werden so gut wie keine Hausarbeiten geschrieben.

MÜNSTER

Nach der Frage WAS man studiert, ist die zweite Frage häufig WO. Seit Oktober ist meine Antwort darauf Münster. Und ich liebe es dort. Auch wenn es nicht meine erste Wahl war, bin ich jetzt, ein Semester später, super glücklich dort gelandet zu sein. Von Anfang an stand für mich fest, ich will weg aus Frankfurt. Nicht etwa, weil ich es dort öde finde, einfach um auf eigenen Beinen zu stehen. Und ich habe diese Entscheidung in keinem Moment bereut.

Für mich, die aus einer Großstadt wie Frankfurt kommt, war es eine Verkleinerung. Münster ist mit seinen 300.000 Einwohnern (davon ca. 50.000 Studenten) schnuckelig und hat meiner Meinung nach trotzdem alles was man braucht. Und das i-Tüpfelchen, man kann überall mit der Leeze (Fahrrad) hinfahren.

Neben den Vorlesungen gibt es noch viele weitere Angebote an der Uni. Von verschiedensten Initiativen, bei denen man sich engagieren kann, über Hochschulsport bis hin zum wöchentlichen Uni-Kino ist für jeden etwas dabei! So ist man nie allein und findet ohne Probleme neue Freunde.

Der Aasee mitten in der Stadt lädt im Sommer zum Grillen ein, und der Kanal eignet sich super, um mal ins kühle Nass zu hopsen. Auch das Nachtleben kommt hier nicht zu kurz, bei so vielen Studenten findet immer eine Party statt!

Ich hoffe, ihr könnt euch nun einen kleinen Eindruck von Münster und dem BWL-Studium dort machen.  Vielleicht sieht man den ein oder anderen hier demnächst!

Falls ich mit diesem Beitrag nur noch weitere Fragen aufgeworfen habe, könnt ihr euch gerne bei mir melden.

Liebe Grüße
Regina

 

Über die Autorin:

Regina Gaulrapp (23)
Studiengang: Betriebswirtschaftslehre B.A.
Hochschule: Westfälische Wilhelms Universität
Regionalgruppe: Nord

01 Jul

ASk-Workshop am 18.07. und 19.07. als Zoomveranstaltung

Endlich ist es soweit! Ihr könnt euch HIER zu unserem diesjährigen ASk-Workshop anmelden. Eigentlich sollte dieser in Hamburg stattfinden, aber nun bieten wir euch dieses Event als Webinar an. Dies ist der aktuellen Situation durch das Coronavirus geschuldet. Wir hoffen, dass dies für viele, die es vielleicht nicht nach Hamburg geschafft hätten, die Gelegenheit bietet, teilzunehmen und wir freuen uns schon jetzt auf einige neue Gesichter. Natürlich freuen wir uns auch, wenn sich einige Studienkompass-Teilnehmer, die noch keine Mitglieder bei uns sind, zur Teilnahme entscheiden.

Am Samstag und Sonntag, den 18. & 19.07.2020, findet der jährliche ASk-Workshop als Zoom-Webinar unter dem Motto „Kommunikation“ statt.

Das erwartet euch an diesem Wochenende:

Am Samstag ab 13 Uhr werden drei spannende Referenten zum Thema „Kommunikation“ referieren.

Anna Gutkina, Customer Relationship Managerin bei GEDANKENtanken bzw. GREATOR, wird uns zum Thema „Mindful Communication“ erklären, wie wir mit bewusster Kommunikation eine tiefere Verbindung zu unserem Gegenüber erschaffen können. Andreas wird uns ein paar spannende Einblicke ins Profiling bei der Polizei geben. Und Katharina Negro, Referentin beim Studienkompass, wird mit uns das Thema „Rhetorik“ näher beleuchten.

Für den Abend, haben wir uns etwas ganz Besonderes ausgedacht! Da leider unser Sommerfest (im Anschluss an den ASk-Workshop) nicht stattfinden kann, wollen wir mit euch ein Online-Socialevent veranstalten. Es geht dabei darum gemeinsam einen produktiven Tag ausklingen zu lassen und einen schönen gemeinsamen Abend zu verbringen. Freut euch auf unser Pub Quiz!

Am Sonntag werden wir ab 11 Uhr in Kleingruppen aktiv am Verein arbeiten:
Hierfür haben wir folgende Themen eingeplant:
– Weiterentwicklung ASk-the-Expert
– Entwicklung neuer Workshops der Reihe „Alltagskompetenzen“
– Entwicklung einer Corporate Identity
– Entwicklung des Workshops „Nachhaltigkeit/ Ökologischer Fußabdruck“

Interessiert? Dann melde dich bis zum 10.07.2020 zum ASk-Workshop an. Tipp: Melde dich schnell an, denn jeder Teilnehmer, der sich bis zum 10.07.2020 angemeldet hat, bekommt ein exklusives ASk-Päckchen für den Workshop zugeschickt!

HIER gehts zur Anmeldung!!!!

Wir freuen uns auf dich!

Dein Vorstandsteam
Tom, Hendrik, Franziska & Marie

#askalation #askev #alumnistudienkompass #studienkompass #askworkshop #webinar

27 Jun

Studiengang: IT, Management and Innovation (M.Sc.)

IT, Management und Innovation studieren an der Jönköping University

Informatik muss immer etwas mit programmieren zu tun haben? Nein! An der Jönköping University wird Informatik an der Wirtschaftsfakultät gelehrt. Deshalb hat der Studiengang auch eher wenig mit stundenlangem Code verfassen zu tun, sondern hat mit der Struktur von Informationen, dem Werdegang von CIOs oder der Integration von bahnbrechenden Innovationen zu tun. Schweden hat viele revolutionäre Unternehmen vorzuweisen, sodass es nicht verwunderlich ist, dass die Universitäten ihre Studenten zu Entrepreneuren erzieht und zeitgeistliches Denken stark unterstützt. Als eine bekannte Business School, ermöglicht es die Fakultät den Studenten, ihre Fähigkeiten in vielen verschiedenen Bereich auszuüben und fördert den aktiven Austausch mit Unternehmen, um die Mitarbeiter von Morgen auszubilden.

Studiengangsvorstellung

IT, AI, IoT, Machine Learning alles Begriffe die neuerdings in allen möglichen Gebieten ihre Anwendung finden. Doch nur selten kann der Erzählende wirklich erklären, was es damit auf sich hat oder warum das so wichtig ist. In meinem Master ist das anders. Es treffen circa 30 Studenten aus den verschiedensten Teilen der Welt mit noch unterschiedlicheren Studienhintergrund aufeinander. Allein diese Kombination macht das Studium und die zugehörigen Gruppenarbeiten so spannend. Gemeinsam geht es darum Projekte zu entwerfen, kulturelle Hindernisse zu überwinden und den Austausch – auch über die verschiedenen Masterprogramme hinweg – zu unterstützen. Während viele andere Studiengänge für einen Master of Science ein Informatikstudium voraussetzen, konnte ich mich auch „nur“ mit einem Bachelor of Arts in BWL (Schwerpunkt Finanzen) bewerben. Wichtige Voraussetzung ist fließendes English in Schrift und Sprache.

Studiumsverlauf

Die Kombination aus „Business“ und „IT“ ist nicht unbedingt neu und wird in Deutschland oft mit „Wirtschaftsinformatik“ gleichgesetzt. In diesem Studium liegt der Schwerpunkt jedoch nicht auf der Informatik, die oft mit Computer Science gleichgesetzt wird, sondern auf der Informatik, die die Verteilung und Architektur von Informationen beschreibt. Es geht um die Gestaltung von Informationsabläufen, einer Unternehmensarchitektur, die barrierefreien Informationsfluss unterstützt, und dem (Un-)Verständnis zwischen Kunden, Abteilungen, Chefs und Mitarbeitern.

Während das Studium zu Beginn die Grundzüge von Innovationsmöglichkeiten, Zusammenarbeit von unterschiedlichen Kulturkreisen und Projektmanagement lehrt, wird es schnell praxisbezogen und lässt den Studenten viel Freiraum. Jedes Fach wird von mindestens einer Gruppenarbeit begleitet (die immer in unterschiedlichen Zusammensetzungen passieren soll), sodass der Austausch und der Umgang untereinander gefördert werden. Dies kann manchmal sehr herausfordernd sein, bietet aber immer die Möglichkeit über den eigenen Tellerrand zu schauen und andere Sichtweisen umzusetzen.

Anders, als beispielsweise in Deutschland, ist das Semester in zwei Teile geteilt, mit jeweils zwei Fächern. Der erste Teil beginnt Ende August und verläuft bis Mitte Oktober. Danach gibt es eine Prüfungsphase. Ebenso verläuft es von November bis Weihnachten (analog im Sommersemester). Ebenfalls anders als in Deutschland ist, dass das Sommersemester bereits Mitte Januar beginnt. Allerdings haben die Sommerferien eine große Bedeutung in Schweden, sodass die Monate Juni bis Ende August zur freien Verfügung stehen.

Die Einzigartigkeit des Studiengangs

Die Uni bietet ein zweijähriges Programm, welches besonders im zweiten Jahr individuell gestaltet werden kann. Zur Wahl steht im dritten Semester ein Praktikum, ein Auslandssemester (beinahe 350 Partneruniversitäten) oder Wahlfächer in Jönköping. Auch die Masterarbeit kann alleine oder im Team, vor Ort oder überall auf der Welt, mit oder ohne Unternehmen geschrieben werden.

Einzigartig macht das Studium seine Breite, die Vielfalt an Themen und bekannte Dozenten in dem Gebiet „Information Systems“. Wer also Lust hat sich dem Bereich Informatik von einer anderen Seite zu nähern, seinen Horizont mit einem Auslandsaufenthalt zu vergrößern und das Studentenleben kennen lernen möchte, der ist hier richtig.

 

Über den Autor:

Svenja Perret (24)
Studiengang: Betriebswirtschaft Dual (B.A.) / IT, Management and Innovation (M.Sc.)
Uni/Hochschule: Hochschule München / Jönköping University
Regionalgruppe: München

20 Jun

Studiengang: Diplom-Rechtspflege (FH) und der Beruf: RechtspflegerIn


„Was studierst du?“

„Rechtspflege.“

„Ah. Arbeitest du dann im Krankenhaus?“

„Nein.“

Das ist die wohl typischste Reaktion von Menschen, die noch nie etwas vom Studiengang Rechtspflege und dem dazugehörigen Beruf der Rechtspflegerin und des Rechtspflegers gehört haben.

Entgegen der ersten Annahme hat Rechtspflege nichts mit einem Pflegeberuf in Pflegeheimen oder Krankenhäusern zu tun. Im Grunde sind wir davon ziemlich weit entfernt.

Wer sich für juristische Fragestellungen interessiert, aber von dem Umfang und der Länge eines Jurastudiums abgeschreckt ist, findet womöglich mit dem dualen Studium der Rechtspflege genau den richtigen Weg!

Der Beruf des Rechtspflegers

Rechtspfleger arbeiten zumeist bei Gerichten aber auch bei Staatsanwaltschaften in ganz Deutschland. Nur an das Gesetz gebunden entscheiden Rechtspfleger unabhängig wie ein Richter. Man könnte den Rechtspfleger auch als „kleinen Richter“ beschreiben. Rechtspfleger arbeiten jedoch nicht, wie auch oft angenommen, dem Richter zu. Sie arbeiten unabhängig von Richtern in ihrem eigenen Aufgabengebiet. Und das ist ganz breit gefächert! Früher wurden die Aufgaben des Rechtspflegers von Richtern wahrgenommen. Seit dem zweiten Weltkrieg wurden diese Aufgaben nach und nach auf Rechtspfleger übertragen.

Als Rechtspfleger ist man auf Landesebene verbeamtet. Das heißt, man kann innerhalb eines gesamten Bundeslandes versetzt werden, um dort an den Behörden zu arbeiten.

Im Gegensatz zu den Volljuristen (Richter und Staatsanwälte) werden Rechtspfleger fachjuristisch ausgebildet. Entscheidungen werden nicht in Urteilen gefällt, sondern zumeist in Beschlüssen. Welche Aufgaben der Rechtspfleger genau übernimmt, steht im Rechtspflegergesetz.

Zu den Aufgaben können beispielsweise gehören:

⁃        Eintragung von neuen Eigentümern von Grundstücken in das Grundbuch

⁃        Erteilung eines Erbscheins (Nachweis, wer von wem beerbt wird)

⁃        Führung des Handels- und Vereinsregisters (dies ist ein Register, in welches alle Vereine, welche die Abkürzung „e.V.“ führen, eingetragen werden)

⁃        Durchführung der Zwangsversteigerung von Grundstücken (Stichwort: „zum ersten, zum zweiten, zum dritten“ – nur ohne Hammer)

Aber auch im Familien-, Vormundschafts- und Betreuungsrecht findet man Rechtspfleger. Ebenso wie im Recht der Zwangsvollstreckung und Kostenfestsetzung. Rechtspfleger begleiten den Großteil von Insolvenzverfahren und sind bei den Staatsanwaltschaften für die Vollstreckung von Freiheitsstrafen zuständig. Dies ist aber nur ein Teil der Aufgaben, welche ein Rechtspfleger wahrnehmen kann.

Das Studium

Das dreijährige Studium wird an landeseigenen (Fach-)Hochschulen durchgeführt. Da es sich um ein duales Studium handelt, muss man sich in der Regel zwischen einem und einem halben Jahr vor Studienbeginn bei dem Oberlandesgericht seines Wunschbezirkes bewerben. Die Auswahl, ob man zum Studium zugelassen wird oder nicht, trifft im Bewerbungsverfahren das Oberlandesgericht. Eine direkte Bewerbung bei der Hochschule ist nicht möglich und, durch das Auswahlverfahren bei dem jeweiligen Oberlandesgericht, auch nicht notwendig.

Später im Studium wechseln sich Theorie- und Praxiszeiten ab. Jede Hochschule hat ein eigenes Modell, wie lang diese Phasen im Einzelnen sind.

Das Studium beinhaltet (fast) alle Fachgebiete, auf welchen der Rechtspfleger nach Ende des Studiums arbeiten könnte. In Vorlesungen wird einem Zivilrecht, Strafrecht und öffentliches Recht ebenso beigebracht wie Grundbuchrecht, Gesellschaftsrecht, das Recht der Kostenfestsetzung und Zwangsvollstreckungsrecht. Das Studium ist nicht so umfassend im Zivil- und Strafrecht wie ein Jurastudium, dafür erlernt man andere Rechtsgebiete, welche in einem Jurastudium keinen Platz finden.

Die Praxiszeiten werden abgeleistet bei Amts- und Landgerichten sowie Staatsanwaltschaften. Daneben findet häufig begleitend eine Arbeitsgemeinschaft statt, in welcher man sich über die Erlebnisse und Fälle der Praxis mit Gleichgesinnten austauschen kann und das Erlernte vertieft. In einigen Bundesländern besteht auch die Möglichkeit einen Einblick in die Arbeit des Justizvollzuges zu bekommen.

Da es sich um ein duales Studium handelt und man bereits währenddessen ein für Studenten großzügiges Gehalt bezieht, besteht für die Veranstaltungen an der Hochschule (Vorlesungen, Übungen etc.) zumeist Anwesenheitspflicht.

Nach erfolgreichem Beenden des Studiums, welches durch das Bestehen mehrerer schriftlicher und mündlicher Diplomprüfungen erreicht wird, erhält man den Hochschulgrad Diplom-RechtspflegerIn (FH).

 

Über die Autorin:

Melanie Christoph (22)
Studiengang: Diplom-Rechtspflege (FH)
Hochschule: Hochschule für Rechtspflege Schwetzingen
Regionalgruppe: Stuttgart

13 Jun

Studiengang: Physik an der RWTH Aachen (B.Sc. und M.Sc.)

Allgemeines

„Und was studierst du? – Physik.“ Verblüffte Stille und dann: „Das ist ja ganz schön schwer.“

Das ist die typische Reaktion, mit der ich inzwischen seit 4 Jahren als Physikstudentin lebe. Ja ich will ganz sicher nicht behaupten, dass ein Physikstudium leicht ist, aber es ist auch nicht so unmöglich, wie viele Leute es ausmachen. Essentiell für ein Physikstudium ist neben einer gewissen Affinität für sowohl Physik als auch Mathematik, Spaß am Thema und ein großes Durchhaltevermögen. Das gilt zumindest für das Studium an der RWTH. Besonders der Bachelor ist sehr eng durchgetaktet und bietet mit verpflichtenden Übungsaufgaben, sowie insgesamt drei Laborpraktika, nur wenig Zeit zum Entspannen. Das ist zumindest so, wenn man sein Ziel auf ein Studium in Regelstudienzeit setzt. Aus diesem Grund ist es aber auch gar keine Schande an der RWTH, wenn man ein oder zwei Semester dranhängt, tatsächlich ist das sogar in ganz Deutschland der Durchschnitt. Mir haben meine Tutoren zu Beginn des ersten Semesters gesagt, wer von den vier Klausuren, die im ersten Semester geschrieben werden, zwei besteht, ist vollkommen im Rahmen, wer drei besteht, ist gut und wer alle besteht, ist sogar sehr gut. Ich finde allein diese Aussage beschreibt hervorragend, wo man im Studium ansetzt und dass es vollkommen in Ordnung ist, wenn nicht alles direkt läuft.

Studienaufbau

Apropos Ansetzen, ich empfehle jedem, der an der RWTH mit Physik anfangen möchte, vorher sowohl den Mathe als auch den Physik Vorkurs zu besuchen. Denn leider muss ich sagen, dass das Abitur, wie es momentan besteht, in Mathematik selbst im Leistungskurs nicht mehr ausreichend auf ein mathematisches oder naturwissenschaftliches Studium vorbereitet. Wer die Vorkurse besucht, kann das Semester etwas entspannter angehen lassen, anstatt mit Informationen erschlagen zu werden.

Während des Bachelors werden an der RWTH in 6 Semestern sowohl Experimentalphysik als auch Theoretische Physik gelehrt und zusätzlich sind die Studenten zu vier Mathematik Veranstaltungen verpflichtet, die die mathematischen Grundlagen für die Physik legen. In Experimentalphysik werden Mechanik,  Relativität, Wärmelehre, Elektrodynamik, Optik, Quantenphysik, Atom- und Kernphysik, sowie die Grundlagen der Teilchen-, Astro- und Festkörperphysik vermittelt. Im Laufe von drei Laborpraktika werden zu diesen Themen verschiedene Versuche durchgeführt, wobei sowohl experimentelles Arbeiten als auch das Auswerten von Daten und Verfassen von Protokollen geübt wird. In den Veranstaltungen der Theoretischen Physik wird auf klassische Mechanik, Elektrodynamik, Quantenmechanik und Statistische Physik eingegangen. Außerdem wird für zwei Semester ein Nebenfach gewählt, bei dem zwischen Chemie, Informatik, Elektronik, Medizin und Linearer Algebra entschieden werden kann. Am Ende des Ganzen steht dann die Bachelorarbeit, die in einem der vielen Institute oder auch in der Industrie geschrieben werden kann.

Die zweite Frage, die man mir zum Studium stellt, ist meistens: „Da gibt‘s doch nur Männer, oder?“ Ganz unrecht haben sie damit nicht. Ja, Physik ist nach wie vor eine Männerdomäne, aber es gibt einen konstanten Anteil an Frauen, die sich jedes Jahr aufs Neue trauen ins Haifischbecken zu springen. Einmal drinnen, stellen die meisten schnell fest, dass es sich im Haifischbecken ganz gut schwimmen lässt.

Fertig – Und jetzt?

Eine letzte Frage wird euch ebenfalls durch dieses Studium folgen: „Was macht man denn mit einem Physikstudium?“ Das ist eine Frage, die ich mir selbst sowohl vor als auch während des Bachelorstudiums gestellt habe und eine die ich mir jetzt im Masterstudium noch stelle. Die Antwort ist nämlich etwas kompliziert. Generell kann man Physiker in ganz unterschiedlichen Positionen einsetzen, denn das, was wir im Studium lernen, ist Probleme zu lösen, was Professoren auch immer wieder gerne betonen. Das heißt ihr könnt sowohl in einer Versicherung im Risikomanagement Risiken statistisch berechnen, als auch in einem Labor stehen und die Welt neu entdecken. Auch Banken, IT-Firmen und Industrie nehmen Physiker mit Handkuss, das gibt uns die Qual der Wahl und wenn ihr mich fragt, ist es keine Schande am Anfang des Studiums noch keine Ahnung zu haben in welchen Job es letztendlich gehen soll. Allerdings müsst ihr im Hinterkopf haben, dass es mit einem Physikbachelor meist nicht getan ist. Die meisten Arbeitgeber möchten mindestens einen Master sehen, viele sogar einen Doktor. Also plant eher mit fünf Jahren als MIT drei.

Für mich hat sich die Richtung in die ich gehen möchte erst mit meiner Bachelorarbeit in der Medizinphysik festgelegt und selbst in diesem Bereich gibt es noch ein unglaublich breites Angebot, weswegen ich noch immer nach „dem Job“ für mich suche.

Ich bin unheimlich gerne Physikerin und möchte das, was dieses Studium mir gebracht hat, nicht mehr missen. Daher hoffe ich, dass ich vielleicht den ein oder anderen dazu inspirieren kann ein Physikstudium zu beginnen.

Über den Autor:

Katrin Herweg (23)
Studiengang: M.Sc. Physik
Uni/Hochschule: RWTH Aachen
Regionalgruppe: Köln

06 Jun

Studiengang: Humanbiologie in Greifswald (B.Sc. )

Die Schnittstelle zwischen der modernen Medizin und der traditionellen Biologie bildet wohl die biomedizinische Forschung. In Greifswald wird dieses Fachgebiet durch den Studiengang Humanbiologie (Bachelor und Master) repräsentiert.

Aufbau des Studiums

In den ersten zwei Semestern wird das Grundstudium absolviert, in dem die allgemeinen Grundlagen aller klassischen Naturwissenschaften wiederholt und erweitert werden. Dazu zählen die Fachbereiche experimentelle Physik, anorganische und organische Chemie, Zellbiologie und Statistik. Im zweiten Studienjahr werden allgemeine Bereiche der Biologie, wie z.B. Zoologie und Evolution vertieft. Zusätzlich beginnt das Hauptstudium und Module wie Immunologie, Virologie, Mikrobiologie und Genetik werden vertieft.

Alle Grundmodule werden in den Semesterferien und teilweise im Semester durch Praktika ergänzt.

Im letzten Jahr des Bachelors können dann die individuellen Vertiefungen gewählt werden. Hier kann man sich für Module entscheiden, die bereits absolvierte Module ergänzen oder man wählt einen komplett neuen Fachbereich wie z.B. Pharmazie, Neurowissenschaften, Rechtsmedizin oder (im kommenden Jahr neu) Parasitologie. Auch werden die gewählten Module durch Praktika und Seminare ergänzt. In den Seminaren wird den Studierenden auch zum ersten Mal die richtige wissenschaftliche Publikation näher gebracht. Das letzte Jahr bereitet also zunehmend auf die eigenständige Arbeit im Labor und die Bachelorarbeit vor.

Das sechste Semester besteht hauptsächlich aus der Bachelorarbeit und weniger aus Vorlesungen.

Allgemeines

Im Großen und Ganzen ist das Studium an der Universität Greifswald sehr zu empfehlen, da es die Studierenden gut in den Grundlagen und in den Vertiefungen der biomedizinischen Forschung ausbildet. Zusätzlich hat man aber auch die Möglichkeit im letzten Studienjahr das Studium individueller zu gestalten, obwohl dies in den Naturwissenschaften eher selten der Fall ist.

Persönlich würde ich zukünftigen Studierenden den Rat geben, sich trotz der vielen Praktika, eine HiWi Stelle (studentische Hilfskraft im Labor) zu suchen. Die Praktika in dem Studium sind meist gut durchdacht und man lernt viele Methoden kennen, jedoch ist das nicht mit der Arbeit in einem richtigen Forschungslabor zu vergleichen, denn erst dort lernt man den eigentlichen Forschungsalltag erst richtig kennen.

Außerdem gilt es noch zu erwähnen, dass das Studium der Biologie viel Lernaufwand erfordert. In der vorlesungsfreien Zeit verbringt man seine Zeit demnach viel zu Hause und/oder in der Bibliothek, um zu lernen. Wenn man sich also nicht sicher ist, was man studieren möchte und einfach nur mit dem Gedanken spielt Biologie zu studieren, weil es in der Schule ganz nett war, sollte man sich das noch einmal überlegen. Sicher, es gibt Fächer die wesentlich schwerer sind als die (Human-)Biologie, jedoch verbringt man seine Semesterferien mehr im Labor, als bei den Freunden in der Heimat. Hier ist also nicht nur Spaß am Lernen, sondern auch Leidenschaft und Interesse an dem Fach und der biomedizinischen Forschung gefragt.

Ist das Interesse und die Leidenschaft an der Biologie und der Medizin gegeben, ist das Studium perfekt geeignet und man kann sich auf 3-5 tolle Jahre in einer wunderbaren kleinen Stadt freuen.

Und mit etwas Glück bekommt man über die Jahre auch die Gelegenheit gute Kontakte zu knüpfen, um anschließend den Traumjob, die Promotionsstelle oder gleich beides zu bekommen.

Über den Autor:

Paula Büttner (24)
Studiengang: B.Sc. Humanbiologie
Uni/Hochschule: Universität Greifswald
Regionalgruppe: –