20 Jun

Studiengang: Diplom-Rechtspflege (FH) und der Beruf: RechtspflegerIn


„Was studierst du?“

„Rechtspflege.“

„Ah. Arbeitest du dann im Krankenhaus?“

„Nein.“

Das ist die wohl typischste Reaktion von Menschen, die noch nie etwas vom Studiengang Rechtspflege und dem dazugehörigen Beruf der Rechtspflegerin und des Rechtspflegers gehört haben.

Entgegen der ersten Annahme hat Rechtspflege nichts mit einem Pflegeberuf in Pflegeheimen oder Krankenhäusern zu tun. Im Grunde sind wir davon ziemlich weit entfernt.

Wer sich für juristische Fragestellungen interessiert, aber von dem Umfang und der Länge eines Jurastudiums abgeschreckt ist, findet womöglich mit dem dualen Studium der Rechtspflege genau den richtigen Weg!

Der Beruf des Rechtspflegers

Rechtspfleger arbeiten zumeist bei Gerichten aber auch bei Staatsanwaltschaften in ganz Deutschland. Nur an das Gesetz gebunden entscheiden Rechtspfleger unabhängig wie ein Richter. Man könnte den Rechtspfleger auch als „kleinen Richter“ beschreiben. Rechtspfleger arbeiten jedoch nicht, wie auch oft angenommen, dem Richter zu. Sie arbeiten unabhängig von Richtern in ihrem eigenen Aufgabengebiet. Und das ist ganz breit gefächert! Früher wurden die Aufgaben des Rechtspflegers von Richtern wahrgenommen. Seit dem zweiten Weltkrieg wurden diese Aufgaben nach und nach auf Rechtspfleger übertragen.

Als Rechtspfleger ist man auf Landesebene verbeamtet. Das heißt, man kann innerhalb eines gesamten Bundeslandes versetzt werden, um dort an den Behörden zu arbeiten.

Im Gegensatz zu den Volljuristen (Richter und Staatsanwälte) werden Rechtspfleger fachjuristisch ausgebildet. Entscheidungen werden nicht in Urteilen gefällt, sondern zumeist in Beschlüssen. Welche Aufgaben der Rechtspfleger genau übernimmt, steht im Rechtspflegergesetz.

Zu den Aufgaben können beispielsweise gehören:

⁃        Eintragung von neuen Eigentümern von Grundstücken in das Grundbuch

⁃        Erteilung eines Erbscheins (Nachweis, wer von wem beerbt wird)

⁃        Führung des Handels- und Vereinsregisters (dies ist ein Register, in welches alle Vereine, welche die Abkürzung „e.V.“ führen, eingetragen werden)

⁃        Durchführung der Zwangsversteigerung von Grundstücken (Stichwort: „zum ersten, zum zweiten, zum dritten“ – nur ohne Hammer)

Aber auch im Familien-, Vormundschafts- und Betreuungsrecht findet man Rechtspfleger. Ebenso wie im Recht der Zwangsvollstreckung und Kostenfestsetzung. Rechtspfleger begleiten den Großteil von Insolvenzverfahren und sind bei den Staatsanwaltschaften für die Vollstreckung von Freiheitsstrafen zuständig. Dies ist aber nur ein Teil der Aufgaben, welche ein Rechtspfleger wahrnehmen kann.

Das Studium

Das dreijährige Studium wird an landeseigenen (Fach-)Hochschulen durchgeführt. Da es sich um ein duales Studium handelt, muss man sich in der Regel zwischen einem und einem halben Jahr vor Studienbeginn bei dem Oberlandesgericht seines Wunschbezirkes bewerben. Die Auswahl, ob man zum Studium zugelassen wird oder nicht, trifft im Bewerbungsverfahren das Oberlandesgericht. Eine direkte Bewerbung bei der Hochschule ist nicht möglich und, durch das Auswahlverfahren bei dem jeweiligen Oberlandesgericht, auch nicht notwendig.

Später im Studium wechseln sich Theorie- und Praxiszeiten ab. Jede Hochschule hat ein eigenes Modell, wie lang diese Phasen im Einzelnen sind.

Das Studium beinhaltet (fast) alle Fachgebiete, auf welchen der Rechtspfleger nach Ende des Studiums arbeiten könnte. In Vorlesungen wird einem Zivilrecht, Strafrecht und öffentliches Recht ebenso beigebracht wie Grundbuchrecht, Gesellschaftsrecht, das Recht der Kostenfestsetzung und Zwangsvollstreckungsrecht. Das Studium ist nicht so umfassend im Zivil- und Strafrecht wie ein Jurastudium, dafür erlernt man andere Rechtsgebiete, welche in einem Jurastudium keinen Platz finden.

Die Praxiszeiten werden abgeleistet bei Amts- und Landgerichten sowie Staatsanwaltschaften. Daneben findet häufig begleitend eine Arbeitsgemeinschaft statt, in welcher man sich über die Erlebnisse und Fälle der Praxis mit Gleichgesinnten austauschen kann und das Erlernte vertieft. In einigen Bundesländern besteht auch die Möglichkeit einen Einblick in die Arbeit des Justizvollzuges zu bekommen.

Da es sich um ein duales Studium handelt und man bereits währenddessen ein für Studenten großzügiges Gehalt bezieht, besteht für die Veranstaltungen an der Hochschule (Vorlesungen, Übungen etc.) zumeist Anwesenheitspflicht.

Nach erfolgreichem Beenden des Studiums, welches durch das Bestehen mehrerer schriftlicher und mündlicher Diplomprüfungen erreicht wird, erhält man den Hochschulgrad Diplom-RechtspflegerIn (FH).

 

Über die Autorin:

Melanie Christoph (22)
Studiengang: Diplom-Rechtspflege (FH)
Hochschule: Hochschule für Rechtspflege Schwetzingen
Regionalgruppe: Stuttgart

23 Mai

Studiengang: Umweltnaturwissenschaften in Greifswald (B.Sc. )

Allgemeines

Greifswald ist eine kleine Studentenstadt an der Ostsee. Nach größeren Einkaufsmöglichkeiten sucht man hier vergeblich. Dafür hat Greifswald einen schönen Strand und viele nette Cafés und Bars zu bieten und natürlich kann man hier wunderbar studieren!

Die Umweltnaturwissenschaften in Greifswald sind sehr breit gefächert. Man belegt hier viele Physikvorlesungen, Chemie, Biologie, Mathe, Wirtschaft, Recht und Geowissenschaften. Zu den reinen Naturwissenschaften gibt es immer wieder Übungen und natürlich Praktika. Es gibt (kaum) ein Semester, in welchem ihr nicht in einem weißen Kittel im Labor steht.

Die Professoren sind hilfsbereit, setzen sich auch nach der Vorlesung nochmal mit dir zusammen, um deine Fragen zum Vorlesungsstoff zu klären und reagieren auch schnell auf Anfragen per Mail, besonders vor den Prüfungen.

Einziger Kritikpunkt am gesamten Studium: Die Vorlesungen könnten manchmal ein wenig mehr Praxisbezug vertragen.

Aufbau des Studiums

Zu Beginn haben wir die grundlegenden Fächer Physik, Chemie und Mathe, wobei hier ein deutlicher Fokus auf die Physik gelegt wird. In den ersten beiden Semestern werden jeweils eine Physikvorlesung, eine Übung und ein Praktikum besucht. Eine gewisse Affinität zu diesem Fach sollte also schon vorhanden sein, damit ihr gut durch das Studium kommt. Bei der Vermittlung dieses Grundlagenwissens wird immer Wert auf ein ganzheitliches Umweltverständnis und die Kommunikation mit Wissenschaftlern aus verschiedenen Fachgebieten gelegt. In diesem Grundstudium studiert ihr viel mit Studenten aus anderen Fachrichtungen zusammen. Vor allem da ihr auch die Grundlagenvorlesungen aus der Volks- und Wirtschaftslehre besuchen werdet.

Ab dem dritten Semester sind die Module spezifischer auf die Umweltwissenschaften zugeschnitten, sodass es viele Vorlesungen gibt, die nur für euch angeboten werden. Neben der Umweltchemie und der Struktur der Materie (Physik) findet man hier auch das Umweltrecht und die Umweltphysik wieder.

Anders als in anderen Studiengängen könnt ihr euch beim Bachelorstudiengang Umweltwissenschaften nur ein Modul frei wählen, der Rest wird durch den Modulplan vorgeschrieben. Dieses Wahlmodul könnt ihr dann aus dem natur-, rechts- oder wirtschaftswissenschaftlichen Bereich wählen.

Ein Berufspraktikum über vier Wochen ist innerhalb der letzten drei Semester auch zu absolvieren. Dort könnt ihr dann euer geballtes Wissen aus den verschiedenen Praktika anwenden.

Nach dem Studium

Was nach dem Abschluss passiert ist schwer zu sagen, da das Feld, für welches ihr euch mit diesem Studium qualifiziert habt, sehr breit gefächert ist. Einige fangen in der chemischen Industrie oder der Abfallindustrie an zu arbeiten. Einige finden sich in Forschungsanstalten oder in der öffentlichen Verwaltung wieder und wieder andere sind in Verbänden oder der Entwicklungshilfe tätigt.

Mir persönlich hat das Bachelorstudium noch nicht ausgereicht, weswegen ich noch einen Master an der TU Berlin studiere. Den Master kann man aber auch in Greifswald studieren (dort hat man dann mehr Wahlmodule im Stundenplan) oder man sucht sich eben andere Universität.

 

Über den Autor:

Annika Kumm (24)
Studiengang: B.Sc. Umweltnaturwissenschaften, M.Sc. Technischer Umweltschutz
Uni/Hochschule: Universität Greifswald (Bachelor), Universität Berlin (Master)
Regionalgruppe: Berlin

09 Mai

Studiengang: Lehramt an Grundschulen (Staatsexamen)

„Studieren, wo andere Urlaub machen“

Wie studiert es sich in Rostock?

Entschließt man sich in Mecklenburg-Vorpommern zu studieren, dann muss man sich einiges klar machen: Hier gibt es nicht viel außer Felder, Kühe und eben die Ostsee mit ihren wunderschönen Stränden. Allein Berlin hat doppelt so viele Einwohner als ganz M-V. Wir Norddeutschen legen hier eine Gelassenheit an den Tag, die nicht jeder versteht und uns deswegen als mürrisch bezeichnen würde. Vielleicht sind wir nicht die freundlichsten Menschen, dafür sind wir aber ehrlich. Dieser Ehrlichkeit begegnet man hier überall und eben auch im Studium. Das ist aber keinesfalls als falsch zu verstehen, denn man weiß gleich woran man bei den Menschen und im Studium ist, worauf man achten sollte und wie man am besten durch das Studium gelangt.
Rostock ist das wirtschaftlich-kulturell urbane Zentrum des Landes und gilt als bedeutende Großstadt im südlichen Ostseeraum. Die Universität ist die älteste und traditionsreichste im Ostseeraum, an der aktuell ca. 14.000 Studierende immatrikuliert sind.
Die Nähe zum Stadthafen (ca. 5min Fußweg) und zum Strand (ca. 15min Bahnfahrt) bietet für viele Studierende einen angemessenen Ausgleich zum stressigen Uni-Alltag. Die Sommerabende werden hier draußen am Strand mit einem Weinchen oder eben am Stadthafen mit Bratwurst und Bier verbracht. Auch kulturell bietet Rostock viele Möglichkeiten. So findet jährlich die HanseSail hier statt, aber auch an Museen, Ausstellungen und Konzerten mangelt es hier nicht.
Außerdem zählt die Südstadt Mensa zu den drei Besten in ganz Deutschland.

Wie ist der Studiengang aufgebaut?

Allgemein besteht der Studiengang  aus 8 Fachsemestern und einem Prüfungssemester. Nach diesen 4,5 Jahren hat man dann das Erste Staatsexamen, in dem man die Berufsfähigkeit erlernt hat. Im Anschluss macht man dann das Zweite Staatsexamen als Referendariat an einer Schule für 18 Monate. In Mecklenburg-Vorpommern ist es gesetzt, dass man vier Grundschulfächer studiert. Davon sind Mathematik und Deutsch obligatorisch und die anderen beiden Fächer kann man sich frei zusammenstellen. Wählbar sind Werken, Sachunterricht, Englisch, Französisch, Philosophieren mit Kindern, Evangelische Religion, Sport, Kunst und Musik, sowie Elementare Musikpädagogik oder Musik mit künstlerisch-wissenschaftlicher Vertiefung. Es besteht bei den einzelnen Fächern keine Kombinationspflicht. Neben den Grundschulfächern muss man verschiedene Bildungswissenschaftliche und Grundschulpädagogische Module abschließen. So lernt man nicht nur den Unterrichtsstoff der einzelnen Fächer, sondern auch das Drumherum, wie man Unterricht plant und Kindern etwas lehrt.  Außerdem sind in der Studienordnung vier Pflichtpraktika in verschiedenen Bereichen der Kinder- und Jugendbetreuung integriert, sodass man ein allumfassendes praktisches Bild über die Entwicklung des Kindes erhält.

Im Studium

Während des Studiums lernt man viele verschiedene Aspekte des Menschseins kennen, da die Ausbildung so umfassend ist, dass man nicht nur „1 plus 1“ lernt, sondern eben auch wie sich Kinder entwickeln und es psychologische Inhalte gibt, die dann mit den pädagogischen Elementen verknüpft werden. Ferner gibt es viele verschiedene Angebote für alle Interessen, so kann man Kurse belegen, die speziell die Mediendidaktik schulen, lernen wie man einen Schulgarten anlegt und damit unterrichtet, oder verschiedene Kooperationen zwischen Schulen, Eltern und außerschulischen Partnern wie Unternehmen oder verschiedene Vereine kennenlernen. Neben all diesen Kursen gibt es verschiedene Vortragsreihen, z.B. zum Umgang mit besonderen Schülergruppen, zur Stressbewältigung im Studium oder im Job und zur finanziellen Absicherung nach dem Studium. Natürlich kann man auch Vorlesungen anderer Studiengänge besuchen oder am Sprachenzentrum eine neue Fremdsprache lernen oder auffrischen.
Zum Lehramtsstudium allgemein kann ich sagen, dass die Vorlesungen und Seminare sehr offen gestaltet sind und die Mitarbeit der Studenten gefordert wird. Ansonsten ist das Grundschullehramtsstudium eigentlich ziemlich entspannt, da es auch gut und gerne mal einen Tag in der Woche gibt, an dem man keine Veranstaltungen hat. Dennoch ist das Studium nicht weniger wert als andere Studiengänge wie manche behaupten. Richtig ist zwar, dass wir angehenden Grundschullehrer nicht eine spezielle Sache vertiefend und bis ins kleinste Detail studieren, sondern alles universell betrachten, da die Grundschule ja den Grundstein für die weiterführende Schule legt, wichtiger noch die Kinder auf das spätere Leben vorbereitet. So ist die Grundschullehrkraft nicht nur Lehrkraft, sondern auch Berater, Pädagoge, Begleiter und Erzieher. Auf diese Aufgaben und noch viel mehr bereitet das Studium sehr gut vor, gerade weil die theoretischen Inhalte mit den praktischen Beispielen sehr gut verknüpft werden und wir über die Praktika schon früh einen Zugang zur Kinder- und Jugendbildung erfahren.

Wie geht es nach dem Studium weiter?

Nach dem Studium ist vor dem Studium“ heißt es doch so schön, denn im Anschluss an die Erste Staatsexamensprüfung geht es im besten Falle direkt in die zweite Phase der Lehramtsausbildung: Dem Referendariat, welches nach 18 Monaten mit dem Zweiten Staatsexamen abgeschlossen wird. Im Gegensatz zum Ersten Staatsexamen wird hier die Berufsfertigkeit erlernt.

Während des Referendariats soll das nötige Handwerkszeug erworben werden , um später selbstständig guten Unterricht zu gestalten. Das theoretisch Gelernte soll hier umgesetzt und mit den praktischen Erfahrungen verknüpft werden. Nach dem Referendariat und bestandener Prüfung geht es dann in den Berufseinstieg. Hier soll alles Gelernte dann in Routinen überführt werden, um guten Unterricht zu leisten.

Quellen: „Studienguide für Lehrämter“. Geschäftsführung ZLB. 2016. Rostock

Über den Autor:

Hannes Berger (23)
Studiengang: Lehramt an Grundschulen
Uni/Hochschule: Universität Rostock
Regionalgruppe: Greifswald/Rostock/Stralsund

05 Mai

Studiengänge – Vielfalt und Orientierung

Ein Überblick über die Studienfächer der Studienkompass-Teilnehmer und Alumni


Du weißt noch nicht genau, was du studieren sollst? Du fragst dich, wie es eigentlich wirklich ist, dein „Traumfach“ zu studieren? Hier kannst du nachlesen, was in der ASk-Community studiert wird!

In unserem Blog findet ihr in den nächsten Wochen immer wieder die neue Vorstellung eines Studienganges unserer STUDIENKOMPASS-Teilnehmer sowie ASk-Mitglieder. Es wird von Inhalten, Zukunftsmöglichkeiten und vor allem, persönlichen Erfahrungen, berichtet. Unter der Kategorie „studiengänge“ werdet ihr alle bisher veröffentlichten Texte zu diesem Thema finden.

Du studierst etwas, das noch nicht bei unseren Beiträgen dabei ist? schreibe uns einfach an info@askev.de eine Mail! Wir brauchen jederzeit neue Beiträge und freuen uns auf deine Ideen!

02 Mai

Studiengang: Kulturwirtschaft B.A. an der Universität Passau

Studiengang: Kulturwirtschaft B.A. an der Universität Passau

Du interessierst dich für andere Kulturen und Sprachen und gleichzeitig gefällt es dir wirtschaftliche Vorgänge zu verstehen und mitzugestalten? Du möchtest gerne in einem internationalen Kontext studieren? Du fragst dich, ob Kultur und Wirtschaft überhaupt zusammenpassen?

Letztes Wochenende war ich auf dem Ask. Mitgliederwochenende in Berlin (was übrigens äußerst zu empfehlen ist) und ich habe wieder einmal bemerkt, wie kompliziert es ist, auf die einfache Frage: „Und, was machst du so?“ zu antworten. Ich studiere nämlich Kulturwirtschaft, oder auf Englisch etwas „fancier“ ausgedrückt International Cultural and Business Studies. In jedem Fall kann sich die Mehrheit meiner Gesprächspartner nichts darunter vorstellen. Da es meiner Meinung nach ein großartiger Studiengang ist, möchte ich ihn dir heute etwas näherbringen.

Kulturwirtschaft, oder auch liebevoll Kuwi genannt, ist ein interdisziplinärer Studiengang. Das bedeutet, dass verschiedene Wissenschaftsdisziplinen fachübergreifend kombiniert werden. Kuwi verbindet wirtschaftswissenschaftliche Kenntnisse mit zwei angewandten Fremdsprachen und einem kulturwissenschaftlichen Schwerpunkt in einer von dir gewählten Sprachregion (Kulturraum). Dementsprechend verläuft jedes Studium sehr individuell, abhängig von deiner persönlichen Fächerwahl und -kombination. Der Vorteil ist, dass du somit deine diversen Stärken zusammenbringen, Fragestellungen aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchten und ein Blick für das „große Ganze“ bekommen kannst.

Aufbau

Das Studium besteht aus 5 Modulen. Die zwei größten Module sind die Wirtschaftswissenschaften und die Kulturraumstudien.

Die Wirtschaftswissenschaften lehren dich zunächst Betriebswirtschaftliche (BWL) und Volkswirtschaftliche (VWL) Grundkenntnisse. Später vertiefst du entweder BWL oder VWL.

In den Kulturraumstudien stehen dir 7 Kulturräume zur Wahl: Angloamerikanisch, Französischsprachig, Italienisch, Iberoromanisch (Spanien, Portugal & Lateinamerika), Ostmitteleuropäischer und Südostasiatischer. In deinem gewählten Kulturraum beschäftigst du dich mit kulturwissenschaftlichen Fragen sowie Literaturwissenschaft oder Sprachwissenschaft. Du lernst sowohl geschichtliche und politische Aspekte als auch ästhetische und gesellschaftliche. Des Weiteren kannst du dein Wissen in dem Bereich vertiefen, der dir am Besten gefällt. Ich habe beispielsweise nach einem Jahr gemerkt, dass mir die Politikwissenschaft, insbesondere die Disziplin Internationale Beziehungen besonders gut gefällt.

In den drei anderen Modulen wählst du zunächst zwei Sprachen aus 13 zur auswahlstehenden Sprachen aus. Zusätzlich erwirbst du interkulturelle Kompetenzen und lernst international zu kommunizieren. Das letzte Modul ist ein verpflichtender Auslandsaufenthalt in Form eines Auslandsstudiums oder Praktikum.

Ich persönliche studiere mit dem Fokus auf iberoromanischen Kulturraum, Internationale Beziehungen und VWL. Meine Sprachen sind Französisch und Spanisch. Mein Auslandssemester habe ich in Tunis, Tunesien verbracht.

 

Zukunftsperspektiven

Mit dem Abschluss als Kulturwirt_in eröffnest du dir vielfältige internationale Berufsmöglichkeiten in Industrie und Handel, im Tourismus, bei Banken, Versicherungen, Kulturorganisationen, in der Politik, in NGOs, im öffentlichen Dienst oder der Medienbranche. Je nach individueller Profilbildung und Schwerpunktsetzung sind zum Beispiel Vertrieb und Kundenbetreuung, Einkauf, Marketing, Personalwesen, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Organisation oder Aus- und Weiterbildung mögliche Tätigkeitsbereiche. Nach dem Abschluss des Bachelors kannst du direkt in den Beruf einsteigen oder – insbesondere, wenn du eine Führungsposition oder wissenschaftliche Karriere (Promotion) anstrebst – dein Wissen durch ein Masterstudium erweitern und vertiefen.

Passau

Mein Studienort Passau liegt ganz im Südosten Deutschlands. Mit 50.000 Einwohnern ist Passau zwar eine kleine Stadt, trotzdem erwecken über 12 000 Studierende aus der ganzen Welt die Stadt zum Leben. Der Campus liegt direkt an der Donau und wurde in der Vergangenheit zum schönsten Campus in Deutschland gekürt. Die Wege sind kurz, die Lebensqualität sehr hoch, die Freizeitmöglichkeiten reich und das Wetter fast immer sonnig.

Fazit

Da meine Interessen sehr divers sind, habe ich in meinem interdisziplinären Studiengang die perfekte Möglichkeit gefunden meine Stärken zu vereinen. Ich profitiere davon, Einblicke in verschiedene Wissenschaftsdisziplinen zu bekommen und somit Problematiken aus unterschiedlichen Perspektiven betrachten und bewerten zu können. Der Vorteil, individuell seine Fächerwahl zusammenzustellen, ist gleichzeitig eine Herausforderung. Es ist wichtig, immer einen roten Faden zu behalten und die unterschiedlichen Lehrveranstaltungen aufeinander zu beziehen.

Wenn du jetzt neugierig geworden bist, stehe ich immer gerne für Fragen oder Tipps zur Verfügung! Gerne nehme ich dich auch für eine Tag mit in meinen Unialltag. Ich freue mich, von dir zu hören.

Sonnige Grüße aus der Dreiflüssestadt Passau!

Karoline

Über die Autorin:

2019-05-18_-_Karoline Möller_-_Blogbeitrag_Kulturwissenschaften1

Karoline Möller (24)
Studiengang: Kulturwissenschaft B.A.
Hochschule: Universität Passau
Regionalgruppe: Jahrgang 2013 in Kiel; jetzt Alumna in München

24 Mrz

5 Tipps für das Lernen an der Uni

Studieren bedeutet häufig, schwierige Sachen in den Kopf zu kriegen. Das ist nicht immer ganz einfach und vor allem zur Prüfungszeit sucht man nach der perfekten Methode dafür.

Die Frage nach der ultimativen Variante sich endlich alles merken zu können was man will, lässt selbst den tollsten Gedächtniskünstler alt aussehen. Schon die alten Griechen wussten, dass Wissen Macht ist. Aber wie in aller Welt soll man sich zum Beispiel die Namen von allen neuen Gesichtern auf der Mensa Party merken oder noch schlimmer den Stoff aus einem ganzen Semester Marketing einprägen?

Gibt es überhaupt ein Patentrezept zum Lernen? – Sollte jemand das Geheimrezept eines Tages entdecken, wird er vermutlich der reichste Mensch der Welt. Bis dahin müssen wir uns mit den Tipps begnügen, die wir durch teilweise schmerzhafte Erfahrungen gelernt haben oder die uns andere verraten haben.

Als erstes muss gesagt werden, dass sich das Lernen an der Uni natürlich nicht grundlegend von dem zu Schulzeiten unterscheidet. Aber zum  Beispiel ist der Umfang viel größer und ihr seid viel freier in dem WAS ihr lernt, WIE ihr lernt, WANN ihr lernt. Es gibt keine meist kein Zwischentests, die zum Lernen zwingen, etc. Eines habe ich zu Beginn meines Studiums schnell feststellen müssen: mit ein bisschen Aufzeichnungen durchlesen und wiederholen ist die Geschichte nicht erledigt, sonst fällt man auf die Nase! Aber ganz ruhig, wir Menschen wachsen mit unseren Aufgaben und ein paar Ratschläge gibt es dann doch, die man beherzigen kann:

Nummer 1:

Selektieren ist das Stichwort – Aussortieren. Nicht alles was der Dozent lehrt ist auch prüfungrelevant, meist erfährt man das wenn man ein wenig genauer zuhört oder direkt nachfragt. Es gibt einfach Inhalte, die zwar äußerst interessant sein können, aber keinen Bestandteil der Prüfungen bilden. Ebenso wenig muss wirklich jeder

einzelne Text der vorgegebenen Literatur gelesen werden, meist reicht ein mehr oder weniger schnelles Überfliegen der Texte. Im Idealfall geschieht das schon während des Semesters, so ist der Arbeitsaufwand später geringer. Außerdem hilft es, wie bereits gesagt, in den Vorlesungen aufzupassen und besonders Wichtiges in den Folien zu markieren. Im ersten Semester sind die meisten Professoren auch so nett und sagen es, wenn Inhalte wirklich wichtig oder eher unwichtig sind. Natürlich ist auch direktes Nachfragen erlaubt.

Nummer 2:

Aus dem ersten Tipp ergibt sich auch schon der zweite, nä

mlich das regelmäßige Besuchen der Vorlesungen. Abgesehen davon, dass man so, wie schon erwähnt, mitbekommt, welche Inhalte relevanter sind und welche eher nicht, hilft es den meisten Menschen Informationen über verschiedene Kanäle zu erhalten. Schon einmal gehörte Informationen prägen sich beim Lernen viel leichter ein, vor allem wenn der Professor zu besonders theoretischen Themengebieten anschauliche Beispiele liefert, die er in der Vorlesung ausführlich behandelt. Wenn man nicht anwesend ist, bekommt man solche helfenden Lernstützen nicht. Selbst wenn man liebe Kommilitonen und Kommilitoninnen hat, die einem ihre Aufzeichnungen im Nachhinein geben, ist es oft nicht dasselbe wie selbst anwesend zu sein. Häufig steht auch nur wenig auf den Folien der Dozenten und man muss sich in den Vorlesungen viel notieren, da das meiste nur mündlich gesagt wird. Die Mitschriften von anderen helfen einem nicht zwangsläufig dabei die Inhalte zu verstehen und da jeder Mensch anders selektiert, welche Notizen relevant sind, basierend auf Vorwissen, Blickwinkel oder Denkweise, kann man sich so selbst schnell ins Aus befördern.

Nummer 3:

Ein altbekanntes Problem unter Schülern und Studenten: Das Bulimie-Lernen. Alle Inhalte werden schnell vor der Klausur gelernt und danach wieder vergessen. Das ist nicht der Sinn eines Studiums, das ja vor allem im Bachelor die Grundlagen des Fachs vermitteln soll. Meist resultiert Bulimie-Lernen daraus, dass man das Lernen bis knapp vor der Prüfung vor sich herschiebt, immer mit dem Gedanken „Ich habe ja noch Zeit“. Plötzlich steht der Prüfungstermin dann vor der Tür und man fragt sich wo die viele Zeit geblieben ist. Hier hilft nur kontinuierliches Arbeiten. Statt kurz vor Mitternacht mit dem Lernen zu beginnen, sollte man sich frühzeitig mit dem Stoff befassen, Karteikarten schreiben und Vorlesungen nachbereiten. Wenn wir ehrlich sind nimmt sich vermutlich jeder Student zum Semesterbeginn aufs Neue vor, dieses Mal auf jeden Fall früher zu lernen und kommt dann letztendlich doch wieder in den Prüfungsstress, weil andere Sachen einfach schöner sind als Lernen. Aber da es hilft wirklich das ganze Semester lang am Ball zu bleiben und sich seine Aufgaben zu verteilen. Man kann Vorlesungen nachbereiten, Texte lesen, Übungen machen und schon beginnen sich einige Inhalte einzuprägen. So ist das Arbeitspensum definitiv zu schaffen und so bleibt einem auch viel vom gefürchteten Prüfungsstress erspart.

Nummer 4:

Wer immer nur büffelt und sich keine Auszeit gönnt, erreicht am Ende nichts außer den Rand eines Nervenzusammenbruchs. Zu lernen ist wichtig und gehört zum Uni-Leben, wie Milch zur Tüte, aber man darf es nicht übertreiben. Gönn dir Pausen um auch mal den Kopf frei zu bekommen. Eine super Möglichkeit zum Abschalten bieten gute Freunde, entspannende Musik, Sport oder auch Shoppen. Warum eigentlich nicht alles? M

an kann sich auch “austricksen”, indem man sich nach gelungenen Lerneinheiten selbst belohnt, treu dem Motto “nach der Arbeit folgt das Vergnügen”. Geht Eis essen, esst ein Stück Schokolade, geht Kaffee trinken oder gönnt euch eine andere Kleinigkeit zur Belohnung. Kurz gesagt: auch mal einen Gang zurück schalten und ausspannen.

Nummer 5:

Eine große Hilfe in den meisten Studiengängen sind Altklausuren. Also Klausuren die in vorhergegangenen Semestern geschrieben wurden. Meist legt der Fachschaftsrat diese Klausuren irgendwann offen oder wissenschaftliche Mitarbeiter bearbeiten diese direkt in den Tutorien der jeweiligen Vorlesungen mit euch. Auch hier solltet ihr wenn möglich unbedingt anwesend sein! Bearbeitet ansonsten selbständig die Altklausuren, damit ihr wisst was euch  in der Klausur ungefähr erwartet. Die meisten Professoren versuchen nämlich nicht in jeder Klausur das Rad neu zu erfinden. PS: Es kann passieren, dass es für euren Studiengang keine Altklausuren gibt. Bekommt dann keine Panik, setzt euch zum Beispiel mit anderen Kommilitonen zu Lerngruppen zusammen und besprecht gemeinsam eure Fragen. Altklausuren sind nur Hilfestellungen, kein Muss.

Abschluss

Manchmal könnt ihr das Gefühl bekommen, euch wächst das Studium mit der ganzen öden Lernerei über den Kopf. Aber gebt dann nicht einfach auf, vergesst nicht: ihr seid nicht die ersten und werdet nicht die letzten sein, die sich im Irrgarten der Prüfungen zurecht finden müssen, aber mit etwas Übung schafft ihr das. Insgesamt gilt es eine ausgeglichene Balance zwischen Lernen und Freizeit zu finden. Gelingt euch das, werdet ihr euer Studium sicher erfolgreich meistern können.

 

Über den Autor:

Yvonne Thiele (25)
Studiengang: Kommunikationswissenschaft und Skandinavistik
Uni/Hochschule: Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald
Regionalgruppe: Greifswald/Stralsund

„Mir gefällt am Studienkompass, dass er es jungen Menschen ermöglicht ihr Potential auszuschöpfen und neue Wege zu gehen, die sie alleine nicht gegangen wären.“

17 Mrz

Von der Hochschule in die Arbeitswelt

Wie oft sehnt man sich doch während des Studiums nach diesem Moment, in dem der Studienabschluss in der Tasche ist und man endlich das richtige Geld verdienen kann. Kein Lernen mehr am Wochenende und bis spät in die Nacht, keine Vorlesungen oder Seminare früh morgens und keine Projektarbeiten mehr! So ähnlich ging es zum mindest mir nach 8 Semestern Bachelorstudium. Während meinen Praktika im Studium wurde ich von den alteingesessenen Kollegen immer belächelt. Ich freute mich darauf, jetzt endlich ernst genommen zu werden und selbst voll durchzustarten.

Am Abend vor meinem ersten Arbeitstag wurde mir dann allerdings doch etwas komisch. Ich war auf einmal aufgeregt, da ich nicht so recht wusste, was mich erwartete. Ich kannte die Kollegen noch nicht, wusste nicht, wie sie mich aufnehmen würden. Die so vertraut gewordenen Gebäude der Hochschule und die bekannten Gesichter aus den letzten vier Jahren waren nun erstmal Geschichte. Plötzlich hatte ich das Gefühl, selbst viel mehr Verantwortung tragen zu müssen. Mache ich auch alles richtig? Als mir eine ehemalige Kommilitonin von ähnlichen Gedanken berichtete, war ich zumindest etwas beruhigt. Meine Freude über die neue Stelle und all die Herausforderungen und Möglichkeiten, die da auf mich warteten, war trotzdem erstmal über alle Berge!

Am ersten Arbeitstag selbst war ich dann fast angespannter als vor dem Bewerbungsgespräch für den Job. Dabei hätte ich doch einfach stolz auf das bisher erreichte sein können! Die ersten Tage im Team waren dann total entspannt, zu Anfang war ich noch etwas unsicher aber konnte schnell meine Aufgaben im Team finden. Manchmal konnten die Kollegen sogar von mir profitieren – bestimmte Prozesse oder Methoden aus dem Studium waren ihnen längst entfallen und so bereicherten wir uns gegenseitig.

Was für mich allerdings sehr faszinierend und zu Beginn ziemlich schwer war: ich musste lernen, dass nach Feierabend auch wirklich nicht mehr gearbeitet wird. Nachdem man quasi sein ganzes Leben gewohnt ist, nach der Schule oder den Vorlesungen noch zu lernen oder irgendwas zu lesen, musste ich lernen, mit dem Ende meines Arbeitstages auf den Privatmodus umzuschalten, das Firmenhandy aus zu machen und nicht mehr über die Themen aus dem Büro nachzudenken. Eigentlich war das immer das, worauf ich mich während des Studiums gefreut hatte. Aber tatsächlich war das erstmal gar nicht so einfach für mich!

Mittlerweile bin ich aus meiner Sicht ganz gut im Berufsleben angekommen und muss sagen, dass ich es sehr genieße! Auch meinen ursprünglich geplanten berufsbegleitenden Master habe ich erstmal verschoben. Ich bin mir sicher, irgendwann packt mich die Lust auf was Neues und das Studieren wieder, aber gerade bin ich glücklich mit meiner Tätigkeit und den totalen Freiheiten nach dem Feierabend!

Über den Autor:

Franziska Alpen (24)
Studiengang/Ausbildung: B.A. Pflege
Uni/Hochschule: HAW Hamburg
Regionalgruppe: Nord

07 Mrz

Studiengang: Politik- und Verwaltungswissenschaften

Hallo! Ich bin ein Powalter – oder Powaltraud wenn ihr die weibliche Variante bevorzugt. Ich habe in Konstanz Politik- und Verwaltungswissenschaften studiert und möchte Euch in diesem Beitrag erklären, was das eigentlich heißt und was der Unterschied zwischen einem Politikstudenten und einem Powalter ist.

Den Studiengang gibt es in der Ausrichtung nur zweimal in Deutschland: in Konstanz und in Potsdam. Politikwissenschaften mit unterschiedlichsten Schwerpunkten kann man fast überall in Deutschlands studieren und auch Verwaltung wird manchmal angeboten. Doch die Kombination macht es eigentlich aus. Ich werde mich einfach mal an der Website meiner Alma Mater entlanghangeln und Euch zeigen, was so gut (und vielleicht auch nicht so gut) an meinem Bachelorstudiengang ist.

1 Die Rheinbrücke, Rheinturm und Alpen im Hintergrund

Erstmal die Voraussetzungen und Kosten

Um Politik und Verwaltung zu studieren, zählen hauptsächlich das Abiturzeugnis und ggf. Berufserfahrung. Einen Numerus Clausus gibt es in der Hinsicht nicht. Dieser wird immer jedes Jahr neu berechnet, je nachdem wie gut die Abschlusskohorte ist. Jedes Jahr werden um die 200 Studierenden zugelassen. Die einzigen Kosten die auf einen zukommen, sind ca. 200 € Verwaltungsbeitrag. In den ersten drei Semestern muss man normalerweise nur ein bis zwei Bücher kaufen (je zwischen 10 und 20 €). Bei Büchern, die teurer sind lassen sich die Studierenden schon mal etwas einfallen (was ich aus bestimmten Gründen aber hier nicht erwähnen möchte). Kopierkosten sind relativ niedrig mit 0,05 € pro Blatt. Wenn man aber gut mit Laptop und Tablet klar kommt, kann man viele Kosten sparen. Die Mensa ist vergleichsweise günstig: 2,70€ kostet das günstigste Hauptgericht. Lebenshaltungskosten in Konstanz sind etwas höher als in anderen Kleinstädten Deutschlands. Die Attraktivität der Lage macht Wohnungskosten etwas teurer. Jedoch durch die Insel Reichenau hat man rund ums Jahr frisches Gemüse zu guten Preisen.

2 Konstanzer Altstadt im Schnee

Interdisziplinarität

Um ehrlich zu sein hatte ich keine Ahnung was auf mich zukommt mit diesem wunderschönen Wort, als ich mich für den Bodensee entschied. Es bedeutet, dass mehr als eine Forschungsdisziplin gelehrt wird. Interdisziplinarität ist eigentlich schon mit der Kombination Politik und Verwaltung gegeben. Doch da steckt noch viel mehr dahinter: Auf der einen Seite studiert man natürlich Politikwissenschaften. D.h. im Klartext Vorlesungen und Seminare zu verschiedenen Grundlagen, wie: das politische System Deutschlands, Vergleich von politischen Systemen, politische Theorie, Internationale Beziehungen und und und. Die Vorlesungen geben die Basis und beinhalten ganz schön viel Stoff, den man in den ersten drei Semestern lernt und dann zum richtigen Zeitpunkt wiedergeben muss (in Klausuren).

Neben den politischen Schwerpunkten gehört auch Verwaltungs- und Managementlehre zu den Inhalten. Hier bekommt man einen guten Einblick, was Verwaltung wirklich bedeutet und welchen Spielraum es in der deutschen Verwaltung eigentlich gibt. In den Vorlesungen zu Management lernt man einiges über Unternehmen, wie man sie erfolgreich führt und wie man seine Mitarbeiter motivieren kann.

Aber das ist noch nicht alles! Um ein guter Wissenschaftler zu werden braucht es noch etwas: Methoden. Der Studiengang führt einen an die Werkzeuge der Wissenschaft heran. Das nennt sich dann „Empirische Methoden der Sozialforschung“ und „Statistik“. Da kommt man leider nicht drum herum und wer denkt, man bräuchte Mathe nie mehr wieder, der liegt leider falsch. Aber keine Sorge, Tutorien helfen Euch, das Kompliziertere zu verstehen.

Ein letzter Punkt macht dann das Studium so richtig interdisziplinär: Man hat noch das Vergnügen eine Vorlesung in Volkswirtschaft zu besuchen. Es war ehrlich gesagt eher nicht mein Ding, aber als Politikwissenschaftler braucht man nun mal mehrere Gebiete, um die Komplexität der Politik zu verstehen.

In der zweiten Hälfte des Studiums darf man sich Seminare zu seinen Lieblingsthemen aussuchen. Es ist nicht ganz so einfach wie es klingt, denn es hängen noch ein paar Regeln daran… Aber man darf sogar Seminare und Veranstaltungen aus anderen Studiengängen besuchen, wie Jura, Wirtschaft, Psychologie oder Soziologie. Damit ist dann das Konzept der Interdisziplinarität perfekt. Ich persönlich habe es sehr genossen so viel Freiraum in der Kurswahl zu haben und außerdem verhindert das Konzept, dass man zum „Fachidioten“ wird.

Praxisorientierung

Praxisorientierung ergibt sich aus der Möglichkeit, im vierten Semester ein Praktikum „machen zu müssen“. Viele Studenten müssen das in ihre Semesterferien quetschen, um nach dem Studium zeigen zu können, dass sie Praxiserfahrung haben. Der Fachbereich hat eine tolle Datenbank, falls man selbst noch keine Idee hat, man kann aber auch einfach selbst suchen. Sechs Monate verbringt man dann in einem Unternehmen, in der Verwaltung oder bei einer Nichtregierungsorgansisation (NGO).  Ich habe mein Praxissemester in Berlin bei der Europäischen Akademie verbracht, eine Institution für politische Bildung.

Forschungsorientierung

Das schreibt der Studiengang ganz groß. Man bekommt neben einer sehr guten Methodenausbildung auch früh beigebracht selbst wissenschaftliche Arbeiten zu verfassen. Das machte mir persönlich mehr Spaß, als Klausuren. Zudem gibt es oft Möglichkeiten als studentische Hilfskraft bei einem Professor zu arbeiten und so einen Einblick in dessen Forschung zu bekommen. Oder man hat sogar Glück und darf Daten für ein Forschungsprojekt erheben. Neben den Jobmöglichkeiten gibt es immer wieder sogenannte Kolloquien, wo Forscher ihr Projekt vorstellen. Dort bekommt man direkte Einblicke in das jeweilige Arbeitsgebiet.

Internationalität

Im Bachelorstudiengang waren nicht sehr viele International Studis, im Master dagegen schon mehr. Die Uni versucht zudem internationale Forscher zu sogenannten Gastvorlesungen einzuladen. Aber was die Internationalität wirklich ausmacht, sind die Austauschprogramme der Uni und des Fachbereichs. Neben verschieden Möglichkeiten in den USA, sind vor allem Erasmusprogramme sehr beliebt. Der Fachbereich hat so gute Verbindungen, dass im zweiten oder dritten Jahr fast alle Powalter ins Ausland gehen. Der Vorteil: man muss sich seine Uni nicht selbst aussuchen und viel Papierkram erledigen. Man muss im Erasmusprogramm keine Studiengebühren bezahlen, denn man bekommt ein bisschen Geld und die Möglichkeit, einen Intensivsprachkurs zu machen. Ich war für ein halbes Jahr in Bologna und durfte vorher noch 4 Wochen in Siena mein Italienisch auf Hochtouren bringen. Viele Unis im Ausland bieten natürlich auch Kurse auf Englisch an, also habt keine Angst falls ihr nicht Schwedisch oder andere Fremdsprachen sprecht.

Freizeit

Hatte ich schon erwähnt, dass Konstanz am Bodensee liegt? Das bedeutet nicht nur wunderschönstes Alpen- und Seepanorama (und Nebel im Winter) sondern auch viele Möglichkeiten die freie Zeit zu gestalten. Neben dem Sportprogramm der Uni kann man segeln lernen, wandern gehen oder schwimmen im See. Traditionell muss man im Studentenleben einmal von der Fahrradbrücke gesprungen sein und Anfang April einmal ganz in den See (ja er ist noch klirrend kalt). Die Stadt ist übrigens eine Fahrradstadt. Eigentlich jeder Student bewegt sich meist zu Fuß oder mit dem Fahrrad. Von Konstanz aus kann man auch mal schnell einen Ausflug in die Schweiz machen oder für die Sommerfestspiele nach Bregenz.

3 Das Hörnle – Der Strand von Konstanz

Generell gibt es alles, was andere Städte auch haben: Sportanlagen, Schwimmbäder, sogar eine Therme, ein paar nette Museen, eine tolle Altstadt mit vielen kleinen Kneipen etc. Ein Highlight ist sicherlich das Weinfest im Frühherbst. Den Sommer verbringen viele Studierende mit Grillen am Rhein oder See.

Zukünftiges

Nach den drei bis vier Jahren im BA Politik- und Verwaltungswissenschaft hat man mehrere Möglichkeiten: Viele meiner Kommilitonen haben einen Job gefunden oder ein Praktikum hinten angehängt. Andere haben erstmal eine Pause eingelegt. Die meisten jedoch suchen nach einem Master um sich zu spezialisieren oder ihre Einstellungschancen zu erhöhen. Die Plätze in Konstanz sind –wie überall – begrenzt. Es ist leider keine Garantie, dass man nach seinem Studium dort auch den MA dort studieren kann. Einige Studierende (u.a. auch ich) haben sich aber bewusst für einen anderen Ort entschieden, einfach um nochmal was Neues zu erleben. Das liegt aber bei jedem selbst, wie er seine nächsten ein bis zwei Jahre verbringen möchte. Beides hat seine Vor- und Nachteile.

Jobchancen generell stehen recht gut. Ob öffentlich Verwaltung, Private Unternehmen oder International Organisationen – ein Einstieg ist überall realistisch. Das einzig Schwierige ist, eine Entscheidung zu treffen.

4 Der Rhein

Fazit

Ich habe meine Zeit am Bodensee sehr genossen. Die Winter sind neblig, dafür sind die Sommer wunderschön mit Alpenpanorama. Neben dieser Kurzwerbung kann ich zum Studiengang Politik- und Verwaltung nur sagen: es war anstrengend und manchmal stressig, aber ich bin überzeugt, dass mir der Studiengang einen guten Start für die Zukunft und eine erstklassige Ausbildung gegeben hat. In meinem Master fehlt es mir eigentlich an nichts und ich konnte  an der neuen Uni gut an Inhalte aus meinem gelernten Fach PolVer anknüpfen.

Désirée Biehl ist 24 Jahre alt und ehemalige STUDIENKOMPASS Teilnehmerin aus Köln. Sie studierte Politik und Verwaltung in Konstanz. Nach einem Auslandssemester in Bologna, Italien studiert sie nun MA Security Studies in Sheffield, UK. Am Studienkompass gefällt ihr, dass man vor und während dem Studium immer wieder auf Unterstützung zurückgreifen kann.

 

Über den Autor:

Désirée Biehl (29)
Studiengang: Politik und Verwaltung
Uni/Hochschule: Universität Konstanz
Regionalgruppe: Berlin

Désirée Biehl ist 29 Jahre alt und ehemalige STUDIENKOMPASS Teilnehmerin aus Köln. Sie   studierte Politik und Verwaltung in Konstanz. Nach einem Auslandssemester in Bologna, Italien studierte sie dann MA Security Studies in Sheffield, UK.

„Am Studienkompass gefällt ihr, dass man vor und während dem Studium immer wieder auf Unterstützung zurückgreifen kann.“

22 Feb

Webinar „Digitales Ich“ am 16.02.2020

Am vergangenen Sonntagnachmittag fand unter dem Titel „Digitales Ich“ der Auftakt zur neuen ASk-Workshopreihe als, thematisch passenderweise, Webinar statt.

ipad-605439_1920

Wir alle sind heute täglich digital unterwegs, einige gelten als „Digital Natives“ und fühlen sich auch digital wohl, andere sprechen in diesem Zusammenhang auch schon mal von „Neuland“. Wie auch bei jedem (analogen) Schritt vor die Tür, bedeutet fast jeder Schritt in die digitale Welt die Interaktion mit Menschen und manchmal verschwimmen diese Welten miteinander. Uns ist häufig nicht immer klar, wie viel Digitalisierung schon in unserem Alltag steckt, welche Spuren wir vielleicht auch unbewusst hinterlassen und ob wir uns damit vielleicht sogar angreifbar machen.Doch wie stark ist unser Alltag schon digitalisiert? Welche Spuren hinterlassen wir dort und verbergen sich im „Neuland“ Gefahren? Diesen und weiteren Fragen gingen die Teilnehmer unter der Anleitung unseres ASklers Sebastian nach.

Zunächst stand eine Bestandsanalyse an: Wo und in welchem Maße sehen wir in verschiedenen Lebensbereichen digitale Aspekte? Während es uns bei den „Sozialen Medien“ bewusst ist, gab es gerade im Bereich Mobilität oder Finanzen unerwartete Überraschungen. Die gezielte gegenseitige Suche nach Bildern, Daten und Infos im Internet brachte viele verloren geglaubte und vielleicht sogar gehoffte persönliche Daten zu Tage. Für die Teilnehmer bedeutete das zwar Erheiterung über Fotos aus der Schulzeit, aber auch Unbehagen, da mehr Infos gefunden wurden, als angenommen. Hierauf aufbauend stellt sich die Frage, welche Spuren hinterlasse ich sonst noch, welche sich nicht „einfach“ per Google finden lassen. Selbst wenn Cookies oder Payback bekannt für ihre Datensammlung sind, ist doch für die Teilnehmer nicht klar gewesen, welche Daten, wie viele Daten und zu welchem Zweck diese genutzt werden.

online-4668930__340

Auch wurde anhand von einigen Beispielen erläutert, was sich so an (unangenehmen) Überraschungen in den in der Regel ungelesen akzeptierten AGBs im Bezug auf Datenerhebung und Datenverarbeitung versteckt. Hieraus ergeben sich auch Gefahren, wie Filterblasen, aber auch „Fake News“ und „Deep Fake“, welche in der Runde diskutiert wurden. Um nicht das erdrückende Gefühl von Schutzlosigkeit zu bekommen, folgte im zweiten Teil des Webinars die Info über Schutzmaßnahmen und -tools. Einerseits kann man sich technisch oder durch geschulte Aufmerksamkeit in der digitalen Welt schützen. Andererseits hat auch der Gesetzgeber das „Neuland“ entdeckt, sodass nicht nur durch die, durch die Presse sehr bekannte, DSGVO die Rechte von uns Nutzern geschützt werden und zur Not einklagbar geworden sind.

Zum Abschluss durften sich die Teilnehmer bei einem kleinen Spiel auf die „böse“ Seite begeben und selbst versuchen Fake News in den Umlauf zu bringen, wobei sie einen Einblick bekamen, wie die Macher von diesen vorgehen. Mit einer Abschlussrunde endete nach, gefühlt sehr kurzen, zwei Stunden das Webinar mit dem Gefühl, dass man das nächste Webinar zum Thema „Alltagskompetenzen“ am 28.06.2020 nicht verpassen sollte.

22 Feb

ASk the expert – Autoren gesucht!

Unser Blog mit neuem Namen und neuem Gesicht

Seid 2015 gab es unseren Blog unter dem Namen „Studienkompass-Blog“, aber jetzt glänzt dieser Blog an neuer Stelle mit neuem Namen. Endlich ist er da, der ASk_the_expert-Blog!

Mit dem neuen Namen und der Integration auf unserer website wollen wir das Motto des Blogs unterstreichen: Erfahrungsaustausch!

Uns liegt es am Herzen Erfahrungen weiter zu geben und anderen mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Was jetzt noch fehlt ist euer Inhalt:

Ihr werden in der nächsten Zeit einen Mix aus unseren alten Beiträgen und neuen Artikeln finden.

Habt ihr ein cooles Projekt auf die Beine gestellt oder in einem Regionaltreffen tolle Erlebnisse gemacht? Habt ihr in eurem Studium, Auslandsaufenthalt, Praktikum oder in der Zeit nach der Schule spannende Erfahrungen gesammelt?

Dann könnt ihr diese jetzt auf dem ASk-Blog zeigen! Teilt jetzt eure Geschichten, Meinungen und Wissen rund um das Thema Studium, Ausbildung, Weiterbildung und Persönlichkeitsentwicklung mit der ganzen ASk- und STUDIENKOMPASS-Community.

Wendet euch mit all euren Ideen und Fragen an das ASk-Blog-Team unter info@askev.de

Wir freuen uns über jede Idee!